Vor dem Duell bei der HSG Konstanz verlängert der verletzte Spielmacher Jan Reusch seinen Vertrag beim Handball-Drittligisten SV Kornwestheim um ein Jahr.
Freud und Leid liegen beim SV Kornwestheim derzeit sehr eng beieinander. Zunächst ereilt den Klub der Ausfall von Jan Reusch mit Kreuzbandriss, doch die erfreuliche Nachricht kommt hinterher: Der Führungsspieler hat seinen Vertrag beim Drittligisten um eine weitere Saison verlängert und bleibt den Lurchis damit mindestens bis zur Spielzeit 2026/27 erhalten.
Der 29-Jährige ist seit Jahren Dreh- und Angelpunkt im Kornwestheimer Rückraum, hatte sich nach unnötigem Foul an ihm vor knapp zwei Wochen im Spiel gegen den TV Erlangen-Bruck einen Innenband- sowie Kreuzbandriss zugezogen – ein herber Rückschlag für Mannschaft und Verein. Am Dienstag folgte die erfolgreiche Operation in Markgröningen. „Nach dem ersten Schock bin ich sehr dankbar gegenüber dem SVK und den Ärzten. Ich fühle mich optimal betreut und kann es kaum erwarten, wieder mit den Jungs auf der Platte zu stehen“, sagt der Regisseur. Auch der Verein stärkt seinem wichtigsten Mittelmann klar den Rücken. Der sportliche Leiter Pascal Welz betont: „Wir sind sehr traurig über die Verletzung, aber als Mannschaft und Verein immer für ihn da. Wir werden ihn bestmöglich unterstützen, damit er bald zurückkehren kann.“
Reusch plant Comeback für neue Runde
Reusch visiert sein Comeback für die Saison 2026/27 an – seine dann bereits neunte im SVK-Trikot. „Es macht mir einfach weiterhin unglaublich viel Spaß. Wir haben eine tolle Gemeinschaft“, so der Träger der Rückennummer 8. Nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich gilt Reusch als unverzichtbar. Seit seinem Wechsel 2018 nach Kornwestheim entwickelte er sich schnell zum Kopf des Teams, lenkt von der Rückraummitte aus das Spielgeschehen und ist auf und neben dem Feld ein zentraler Orientierungspunkt.
Trainer Schurr unterstreicht: „Er ist ein absolut wichtiger Anker in der Mannschaft.“Mit der Vertragsverlängerung sendet der SV Kornwestheim ein deutliches Signal in Sachen Kontinuität, Vertrauen und Zusammenhalt. Und diesen Zusammenhalt wird das Team auch am Samstagabend (Anpfiff 20 Uhr) beim Spitzenspiel beim Zweitliga-Absteiger HSG Konstanz in der Schänzlehalle am Bodensee benötigen – ohne Reusch. Während die Lurchis weiterhin die Tabellenführung in der 3. Liga behaupten (19:7 Punkte), rangiert Konstanz mit 13:11 Zählern derzeit auf Platz acht. Trotz der Tabellensituation lehnt SVK-Cheftrainer Alexander Schurr die Favoritenrolle klar ab. „Ich weigere mich, da hineingedrängt zu werden“, sagt der Coach – und liefert die Begründung mit. Einerseits liegt die Liga extrem eng beieinander: Ein einziger Sieg oder eine Niederlage kann gleich mehrere Tabellenplätze verschieben. Andererseits verfügt die HSG Konstanz über einen starken und vor allem den breitesten Kader der Liga.
Gegner HSG Konstanz verarbeitet noch den Abstieg
Nach dem Abstieg hat die HSG kaum Personal verloren. Leistungsträger wie Konstantin Poltrum, Felix Spross und Eigengewächs Jonas Hadlich haben sich an die Konstanzer gebunden. „Personell betrachtet ist die HSG Konstanz eine absolute Wucht“, sagt Schurr. Vor allem Torhüter Poltrum, der bereits in Hüttenberg, Coburg und für die SG BBM Bietigheim zwischen den Pfosten stand, verleiht seinem Team enormen Rückhalt. Hinzu kommen Akteure wie Lars Michelberger, Luca Schwormstede, Nikita Pliuto – ein Kreisläufer mit viel Bundesliga-Erfahrung bei Wetzlar. „Was da an Bundesliga- und Champions-League-Erfahrung auf der Platte steht, ist beeindruckend“, betont Schurr.
Warum Konstanz dennoch nicht an der Tabellenspitze steht, hat für den Trainer mehrere Gründe. „Wenn es eine einfache Erklärung gäbe, hätte Konstanz das Problem sicher schon gelöst“, sagt er. Schurr vermutet, dass das Team noch immer die Belastungen der vergangenen Saison mit sich trägt. In der 2. Bundesliga musste die HSG zahlreiche Niederlagen verkraften – eine schwierige Phase, die Spuren hinterlassen hat. „Die Einzelspieler sind top, aber als Mannschaft haben sie nach dem Zweitliga-Debakel noch nicht wieder vollständig zusammengefunden“, so seine Einschätzung. Auch das Selbstvertrauen scheint noch nicht vollständig zurückgekehrt zu sein.
Anders sieht es derzeit bei den Kornwestheimern aus. Die Schurr-Sieben überzeugt durch Spielfreude, Selbstvertrauen und eine starke mannschaftliche Geschlossenheit. „Wir haben richtig Bock auf dieses Duell“, sagt der Trainer. Trotz der personellen Schwierigkeiten reist sein Team hoch motiviert an den Bodensee.
Zudem verbinden die Lurchis gute Erinnerungen mit der Schänzlehalle: Beim letzten Aufeinandertreffen musste der SVK früh den Ausfall von Felix Kazmeier verkraften – gewann aber dennoch mit 37:33. Ein Ergebnis, das beflügelt und vielleicht für den nächsten vorweihnachtlichen Coup sorgt.