Sie lieben es, ihr Haus zu dekorieren: Mama Sabrina O’Shea, Papa Ingmar Gscheidle und Tochter Caitlin. Foto: Caroline Holowiecki

Wer sich gerne gruselt, sollte in diesen Tagen einen Ausflug nach Stuttgart-Plieningen machen. Die Familie von Sabrina O’Shea, gebürtig aus den USA, liebt Halloween. Am 31. Oktober werden das Haus und der Garten zur Attraktion.

Plieningen - Grabsteine im Vorgarten, Beine, die unterm Buchsbaum hervorlugen, Schädel und Ratten auf dem Vordach – über einer blutverschmierten Tür. Wo ist man denn hier gelandet? Am gruseligsten Haus in Stuttgart-Plieningen. Mama Sabrina O’Shea, Papa Ingmar Gscheidle und die beiden Kinder sind große Halloween-Fans, und die Nachbarschaft darf an ihrer schaurigen Leidenschaft teilhaben.

Das Ganze kommt nicht von ungefähr. Sabrina O’Shea ist US-Amerikanerin und kam vor etwa 20 Jahren der Liebe wegen nach Deutschland. Die Bräuche aus der Heimat hat sie mitgebracht. „Mein Grandpa hat mir immer erzählt, was Halloween ist und woher es kommt.“

Kinder lieben das Gespensterhaus

Die Tradition und alles, was dazu gehört, hat die Familie auf die Filder importiert. Seit Jahren schmückt sie jeden Herbst den Plieninger Vorgarten am Windhalmweg. „Im Vergleich zu den Dekorationen in den USA halte ich mich noch etwas zurück“, sagt Sabrina O’Shea. Auf einen Sarg etwa verzichte sie lieber, denn nicht jedem gefielen eben Hände, die aus dem Boden ragen. Gerade von älteren Passanten habe es schon Kritik gesetzt. Kinder jedoch lieben das Gespensterhaus. Die zehnjährige Tochter Caitlin hat sich schon ein Horror-Kostüm bestellt und fiebert dem 31. Oktober entgegen, wenn zum Abendessen erst Mumien-Wienerle mit extra viel Ketchup-Blut auf den Tisch kommen und nach Einbruch der Dunkelheit wieder die Kinder aus der Nachbarschaft klingeln und nach „Süßes oder Saures“-Manier auf Schokolade aus sind. „Das mag ich, viele gruseln sich“, sagt sie aufgeregt. Denn an Halloween wird bei der Familie O’Shea-Gscheidle noch mal richtig aufgefahren. Fenster werden beleuchtet, Bilder ans Haus projiziert, Geister kichern auf Kommando, und aus der Klingel kommt ein grünes Glupschauge. 

Am Freitag, 1. November, also an Allerheiligen, ist der ganze Spuk dann wieder vorbei. Doch nach Halloween ist vor Weihnachten, und mindestens vier Wochen vorher beginnt die Familie, ihr Heim mit Engeln und Rentieren zu schmücken. Sabrina O’Shea lacht. „Dann leuchtet das Haus noch viel mehr.“

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