Sten Brandenstein steht im Kader für die Hallen-Europameisterschaft im Januar in Heidelberg. Der Angreifer tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters.
Für Sten Brandenstein geht ein Kindheitstraum in Erfüllung: Zum ersten Mal ist der Stuttgarter Hockeyspieler für die Nationalmannschaft nominiert. Der langjährige Kapitän des HTC Stuttgarter Kickers ist einer von zehn Feldspielern, die vom 8. bis 11. Januar in Heidelberg bei der Heim-Europameisterschaft für Deutschland den Titel holen sollen. „Es ist noch alles ein bisschen surreal“, sagt Brandenstein, der seit dem vergangenen Sommer beim Crefelder HTC spielt.
Die Einladung zum Vorbereitungslehrgang in Hamburg und damit die Nominierung hat Brandenstein vom Bundestrainer Matthias Witthaus am Telefon erhalten. „Ich habe mich riesig gefreut, weil ich gar nicht so große Hoffnungen gehabt hatte“, sagt der 28-Jährige. Vor einem Jahr war er bereits im erweiterten Kader für die Weltmeisterschaft in Kroatien gestanden, wurde letztlich jedoch nicht berufen. Unter Witthaus und dessen Bundestrainerkollegen Jan-Philipp Rabente feierte das Team dann den Weltmeistertitel – ohne Brandenstein.
Im aktuellen Aufgebot bilden fünf Spieler aus Hamburg den ersten Block: Jasper Ditzer, Anton Pöhling (beide Harvestehuder THC), Anton Boeckel (Club an der Alster), Tom Schmidt-Didlaukies und Nicolas Proske (beide UHC Hamburg). Brandenstein, Finn Langheinrich (Crefelder HTC), Dieter-Enrique Linnekogel, Nik Kerner (beide Club an der Alster) und Jan-Philipp Fischer (Mannheimer HC) sind die Herausforderer der Etablierten. „Wir wurden bewusst auch ausgewählt, weil wir alle fast keine Länderspiele haben und wir deshalb richtig darauf brennen“, berichtet Brandenstein.
Der Angreifer war einst einmal zu einem U-16-Lehrgang einberufen, ein offizielles Länderspiel hat er bis heute jedoch nicht bestritten. In den vergangenen Jahren hat er alles dem Hockey untergeordnet, um seinen Traum doch noch zu realisieren. Seit seinem erwähnten Vereinswechsel steht der Sohn des 26-fachen Nationalspielers Harald Brandenstein beim deutschen Feldmeister Krefeld noch mehr im Fokus. „Jetzt freue ich mich, dass sich die Anstrengungen ausgezahlt haben“, sagt Brandenstein.
Bis zu 5000 Zuschauer im Heidelberger SNP Dome
Unter den bis zu 5000 Zuschauern im Heidelberger SNP-Dome werden Anfang Januar auch viele Freunde, ehemalige Stuttgarter Mitspieler und seine Familie sein. „Das wird sicherlich eine krasse Atmosphäre. Ich bin gespannt und hoffe, dass ich nicht zu sehr aufgeregt sein werde“, sagt Brandenstein. Die Gegner des deutschen Teams in der Gruppenphase sind Belgien, Schweiz, Spanien und Irland.
Brandensteins Krefelder Teamkollege Anton Boomes, ebenfalls aus der Jugend des HTC Stuttgarter Kickers, wurde indes als potenzieller Nachrücker nominiert.