Der toll anzuschauende Fußball im Glaspalast – im Vorjahr triumphierte erneut der VfB Stuttgart auf dem Kunstrasen – ist nur einer der Erfolgsfaktoren des Junior-Cups in Sindelfingen. Foto: Baumann/Julia Rahn

Im Jahr 1991 gab es unterschiedliche Motive, um den Mercedes-Benz Junior-Cup im Sindelfinger Glaspalast ins Leben zu rufen. Heute zeigt sich: Die Ziele wurden zum größten Teil erreicht.

Schon der Start ist aufregend: Gleich im ersten Spiel am Samstag um 12 Uhr findet im Sindelfinger Glaspalast eine Neuauflage des Endspiels vom vergangenen Jahr statt – der VfB Stuttgart trifft auf Bayern München. Und wenn es noch einen weiteren Beweis für die Qualität des Mercedes-Benz Junior-Cups braucht: Mit der Partie 1. FC Köln gegen Bayer Leverkusen um 12:46 Uhr gibt es eine Wiederauflage des Endspiels um die deutsche U19-Meisterschaft des vergangenen Sommers.

 

Seit 34 Jahren steht dieses A-Junioren-Turnier zu Jahresbeginn im Mittelpunkt des Jugendfußball-Kalenders. Hatte man am Anfang immer noch heimlich zum Parkplatz geschaut, ob denn auch wirklich Zuschauer kommen, so ist der Glaspalast inzwischen seit Jahren regelmäßig ausverkauft – wie auch dieses Mal bei der 34. Ausgabe.

Junior-Cup im Glaspalast in Sindelfingen wurde zu Treffpunkt der Fußball-Community

Das Konzept hat sich durchgesetzt. Man hatte im Jahr 1991 verschiedene Motive, um ein solches Turnier-Experiment zu starten. Die Veranstalter bei Mercedes-Benz wollten nicht nur einen internationalen Vergleich für die deutschen Nachwuchstalente und die Aufwertung des Auszubildendensports bei Mercedes-Benz durch das integrierte Azubi-Turnier. Es ging ihnen auch um die Belebung des Glaspalasts und ein Bekenntnis zum Standort Sindelfingen sowie die Verbindung zum Amateursport durch die Partnerschaft mit VfL Sindelfingen und GSV Maichingen und die Integration in die Hallen-Gala.

Was nicht definitiv durchgeplant war und trotzdem zum Erfolg des Turniers geführt hat, ist die Tatsache, dass der Junior-Cup zum Treffpunkt der Fußball-Community landauf, landab geworden ist. Im Glaspalast trifft man sich zum Fachsimpeln und Austausch. Die Liste der Gäste der vergangenen 33 Auflagen liest sich wie das Who-is-who des deutschen Fußballs: Unter anderem Franz Beckenbauer, Joachim Löw, Jürgen Klinsmann, Oliver Bierhoff und Ralf Rangnick stehen darauf. Der aktuelle Bundestrainer Julian Nagelsmann coachte im Glaspalast einst die TSG Hoffenheim.

Prominente Gäste: Auch Fußball-Legende Franz Beckenbauer besuchte schon den Junior-Cup im Sindelfinger Glaspalast. Foto: Bischof/Archiv

Was auch in diesem Jahr interessant ist, ist der Vergleich deutscher gegen internationale Teams. Die Bundesliga hat in diesem Jahr vier absolute Topmannschaften am Start, mit Rapid Wien, FC Basel und Odense BK kommen drei absolute Hallenspezialisten, ergänzt mit der brasilianischen Fußballkunst des FC Sao Paulo.

Man muss kein allzu großer Experte oder Träumer sein, um den VfB Stuttgart und Rapid Wien zum engsten Favoritenkreis zu zählen. Der VfB gewann zuletzt zwei Mal nacheinander das Turnier, Rapid Wien, das nach einer Pause wieder kommt, war zuvor sechs Jahre lang immer unter den Top Drei der Veranstaltung.

Auch das Turnier der Auszubildenden, das an beiden Tagen um 9 Uhr beginnt, hat zwei Teams, die zum Favoritenkreis gehören: Rekordsieger Werk Sindelfingen und das Werk Bremen, zuletzt sogar dreimal in Folge Gesamtsieger. Im vergangenen Jahr wurde das Finale dieser beiden Mannschaften per Zehn-Meter-Schießen zugunsten der Norddeutschen entschieden.

Natürlich stößt die Veranstaltung insgesamt in bestimmten Bereichen immer wieder an ihre Grenzen. Dazu zählt beispielsweise die Kapazität an Parkplätzen, aber der Veranstalter hat in diesem Jahr seinen Shuttle um das Daimler-Parkhaus P 303 erweitert, von dem aus man bequem zur Halle und zurück gebracht wird. Gleiches gilt für den S-Bahnhof Maichingen.