Auch beim Spielbetrieb am Wochenende wären die Vereine durch eine weitere Halle entlastet. Foto: /Archiv/Tom Bloch

Die Vaihinger Sportvereine ächzen unter dem Hallenmangel. Die Pläne des privaten Bildungsträger Konzept-e, auf dem Aurelis-Areal ein Bildungshaus mit Sporthalle zu bauen, ist für sie ein Hoffnungsschimmer.

Vaihingen - Den Stuttgarter Vereinen fehlen 30 Sporthallen. Deshalb gibt es für Angebote wie Turnen, Gymnastik, Hand- und Volleyball nicht nur lange Wartelisten: Viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, welche die genannten Sportarten betreiben wollen, müssen abgewiesen werden. Das ist auch im Stadtbezirk Vaihingen so, aber dort gibt es einen Hoffnungsschimmer. Jüngst hat der Städtebauausschuss des Gemeinderats entschieden, dass die Pläne des privaten Bildungsträgers Konzept-e, auf dem Aurelis-Areal ein Bildungshaus zu bauen, in die Bürgerbeteiligung über dieses Gebiet aufzunehmen. Das Bildungshaus würde dort auch eine Dreifeld-Sporthalle errichten und diese nach Schulschluss und an den Wochenenden Sportvereinen überlassen.

Hohe Mindereinnahmen wegen fehlender Hallenkapazitäten

„Diese Halle wäre für uns eine große Erleichterung. Weil das Training abends und die Spiele an Wochenenden stattfinden, wäre dies ideal“, sagt Madeleine Steinbock, die gemeinsame Geschäftsführerin des SV Vaihingen und der Georgii Allianz. Laut einer vereinsinternen Aufstellung hat der SV Vaihingen wegen mangelnder Hallenkapazitäten Mindereinnahmen über knapp 29 000 Euro im Jahr. Allein die Abteilung Volleyball muss jährlich 40 Interessenten abweisen, was dem Verein, der mit den 40 Leuten zwei Teams aufstellen könnte, dafür aber vier Hallenzeiten benötigen würde, 5200 Euro weniger Einnahmen beschert. Von einer weiteren Halle unweit der eigenen Sportstätten, sagt Madeleine Steinbock, würden vor allem wegen der großen Nachfrage die Handballer, Turner und Volleyballer profitieren.

Über neue Angebote will die Geschäftsführerin noch nicht nachdenken: „Wir müssen erst schauen, dass die Leute in den bestehenden Angeboten unterkommen, denn wir haben sehr lange Wartelisten.“ Mit einer weiteren Halle könne das Kinderturnen ebenso wie der Fitness- und Freizeit-Bereich ausgebaut werden. „Auch die Hand- und Fußballer könnten mehr Jugendmannschaften aufbauen, und auch die Freizeit-Volleyballer des SV und die Leistungsvolleyballer der Georgii Allianz mit ihren Kinder- und Jugendgruppen würden besser zum Zuge kommen“, sagt sie.

Die Raumnot verhindert neue Angebote der Vereine

Auch Heidemarie Haas, die Vorsitzende der Georgii Allianz, wäre für eine Halle auf dem Aurelis-Areal dankbar. „Pro Saison muss unsere Volleyball-Abteilung 20 Kinder und zehn bis 20 Erwachsene ablehnen.“ Auch für die Fußballer fehlten Hallenkapazitäten, sagt sie. Der Andrang komme eben immer zwischen 17 und 20 Uhr, „weil Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene tagsüber wegen Schule, Ausbildung und Beruf keine Zeit haben. Tagsüber hätten wir genug Hallenkapazität“.

Ideen für neue Angebote scheitern nicht nur wegen zu weniger Hallen, sondern auch wegen der Coronapandemie. „Wir können uns momentan nicht zusammensetzen, um uns Angebote auszudenken.“ Vor der Coronakrise habe der Verein mit der Bodelschwingh-Schule kooperieren wollen, um für behinderte Kinder Angebote zu schaffen: „Wir wollten mit Fußball beginnen und dann das Angebot auf Tischtennis und Volleyball ausweiten. Der erste Gesprächstermin mit der Schule stand fest, aber Corona hat ihn verhindert. Seither hat sich nichts mehr getan.“

Eine weitere Halle wird als große Erleichterung empfunden

„Das Fehlen von Hallen ist auch für uns ein großes Problem. Deshalb wäre es schon eine große Erleichterung, wenn wir auf dem Aurelis-Areal eine weitere Halle nutzen könnten“, sagt Albrecht Metzger, der Vorsitzende des TSV Rohr. Der Verein verfügt über eine eigene Halle, die von den Tänzern und den Judokas genutzt wird, die anderen Abteilungen trainieren in den Hallen der Schönbuchschule und des Hegel- und Fanny-Leicht-Gymnasiums.

Das war für den TSV früher einfacher als heute: „Durch den Ganztagesunterricht müssen wir die Trainingszeiten auf später schieben. Darüber sind wir nicht so glücklich.“ Weil bis zum Bau der Sporthalle auf dem Aurelis-Areal noch einige Jahre vergehen werden, falls es überhaupt so weit kommt, will Metzger noch keinen Bedarf anmelden: „Das muss man mit den Abteilungsleitern besprechen.“

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