Fußball-Legenden unter sich: Sepp Maier und Andreas Brehme (vorn von li.) sowie Günter Netzer, Paul Breitner, Matthias Sammer, Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus (hinten von li.) Foto: dpa

In Dortmund wurde im Deutschen Fußball-Museum die Hall of Fame eingeweiht – und die besten deutschen Kicker trafen sich bei der Eröffnung. In unserer Bilderstrecke erfahren, Sie, wer dabei war – und was Günter Netzer von allen anderen unterscheidet.

Dortmund - Die feierliche Gala war bereits so gut wie zu Ende, als der emotionalste Moment des Abends noch bevorstand. Im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund hatten sich am Montag einige der besten Fußballer der deutschen Geschichte versammelt. Elf von ihnen waren in die Hall of Fame des deutschen Fußballs aufgenommen worden, eine Ruhmeshalle, die ab sofort das Museum bereichern und Sportgeschichte sichtbar machen soll. Also saßen sie da.

Sepp Maier und Franz Beckenbauer. Lothar Matthäus und Andreas Brehme. Matthias Sammer und Uwe Seeler. Günther Netzer und Paul Breitner. Es gab nette Anekdoten, prominente Laudatoren (Philipp Lahm, Thomas Gottschalk, Jean-Marie Pfaff), und es wurde erinnert an die Mitglieder der ersten deutschen Fußball-Ruhmeshalle, die nicht mehr dabei sein konnten. Der Weltmeistertrainer Sepp Herberger und seine wichtigsten Spieler, Fritz Walter und Helmut Rahn, sind lange verstorben. Und Gerd Müller (73), der einstige Bomber der Nation, konnte wegen einer Alzheimer-Krankheit nicht dabei sein. Und war doch irgendwie einer der Höhepunkte des Abends.

Paul Breitner besucht Gerd Müller häufig im Heim

Paul Breitner jedenfalls erhob sich, angesprochen auf seinen früheren Mitspieler und Freund, von der weißen Couch, knöpfte sein Jacket zu – und sprach in bewegenden Worten über Gerd Müller, den er erst vor drei Tagen im Pflegeheim besucht habe. „Ohne ihn“, sagte der Weltmeister von 1974, „wären die Erfolge des FC Bayern und der Nationalmannschaft nicht möglich gewesen.“ Er, Breitner, nehme die Auszeichnung Müller, stellvertretend für dessen Frau entgegen, die ihren Mann täglich im Heim besuche und betreue. „In guten wie in schlechten Zeiten“, sagte Breitner mit brüchiger Stimme, gelte in ihrem Fall ganz besonders.

Und so erhoben sich nach Breitner auch die anwesenden Ausgezeichneten, ebenso stand und applaudierte das Publikum – wohl wissend, dass dieser Abend, auch abseits von Breitners Worten, historische Bedeutung hatte.

Seeler (82), das Hamburger Idol, der Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft. Beckenbauer (73), Breitner (67), Maier (75), die Weltmeister von 1974. Netzer (74), der erste Popstar des Fußballs, der Star der 70-er Jahre. Matthäus (58) und Brehme (58), die Helden von Rom 1990. Sammer (51), der erste gesamtdeutsche Fußballstar nach der Wende und Europameister 1996. Sie alle gemeinsam zu erleben, ist ein seltenes Bild – und war so nicht zu erwarten gewesen. Auszeichnungen haben diese Fußballer schließlich zuhauf bekommen in den vergangenen Jahrzehnten. Doch die Aufnahme in die erste Elf der neu geschaffenen Hall of Fame hatte auch für sie eine besondere Bedeutung.

Matthias Sammer findet seine Mitgliedschaft surreal

„Das“, sagte Günther Netzer und wiederholte dies zu später Stunde noch einmal, „ist etwas ganz Besonderes.“ Gar „surreal“ fand Matthias Sammer seine Mitgliedschaft im Club der Legenden.

Der frühere Mittelfeldspieler ist der Jüngste im Bunde der Elf, die nun Jahr für Jahr um vier oder fünf ehemalige Fußballer ergänzt werden soll. Und Sammer ist aktuell auch der Einzige von einer aus Sportjournalisten bestehenden Jury gewählten Mannschaft, der eine Stuttgarter Vergangenheit hat. 1992 wurde Sammer mit dem VfB Deutscher Meister, zuvor war der Dresdner bereits Nationalspieler der DDR gewesen, mit Borussia Dortmund gewann er später die Meisterschaft und die Champions League, mit dem Nationalteam holte er 1996 den EM-Titel. Weitere ehemalige VfB-Spieler wie Guido Buchwald und Jürgen Klinsmann, die Weltmeister von 1990, könnten Sammer in den nächsten Jahren folgen.

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