Matthias Sammer und der VfB Stuttgart fanden zweimal zueinander. Foto: dpa

Matthias Sammer gehört als erster Ex-Profi mit VfB-Vergangenheit zur Hall of Fame des deutschen Fußballs. Lesen Sie hier, wie emotional er auf diese Wahl reagiert.

Stuttgart - Im April kommenden Jahres wird in Dortmund die Hall of Fame des deutschen Fußballs vorgestellt. Im Deutschen Fußballmuseum wird diese Ruhmeshalle dann Teil der Dauerausstellung. Die ersten zwölf Mitglieder sind bereits gewählt – und in Matthias Sammer ist auch ein früherer Spieler des VfB Stuttgart mit dabei. „Ich freue mich sehr und sehe es als große Ehre und als etwas Außergewöhnliches ein Bestandteil dieser Elf zu sein“, sagte der heute 51-Jährige, der als TV-Experte für Eurosport tätig ist, in einer ersten Reaktion, „besonders, wenn man auf die große Historie und Geschichte des deutschen Fußballs zurückblickt und die außergewöhnlichen Spieler betrachtet, die diese Geschichte geprägt haben.“

Sammer über Sammer: „Immer mit offensivem Gedanken“

Neben Sammer gehören auch Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Andreas Brehme, Fritz Walter, Günther Netzer, Lothar Matthäus, Uwe Seeler, Gerd Müller und Helmut Rahn der ersten Elf der Hall of Fame an. Als Trainer wurde Sepp Herberger gewählt. „Wenn ich inne halte und die Elf betrachte – Franz Beckenbauer hinter mir, Lothar Matthäus neben mir und Uwe Seeler und Gerd Müller vor mir – dann ist es für mich von der Bedeutung her ein unschätzbarer Wert und auch ein bisschen die Krönung, verbunden mit tiefer Dankbarkeit, dass ich diesen Weg gehen konnte“, sagte Sammer.

Der VfB in Leverkusen: Das Duell der Enttäuschten

Der frühere Mittelfeldspieler war zunächst für Dynamo Dresden aktiv und bestritt über 20 Ländespiele für die damalige DDR. 1990 wechselte er zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 überraschend die Deutsche Meisterschaft feierte. 1996 führte er das Team des wiedervereinigten Deutschlands in England zum EM-Titel. Über sich selbst sagt er rückblickend: „Vom Persönlichkeitsprofil war er als Jugendlicher und junger Männerspieler eher Individualist als Spieler im Offensivbereich. Auch mit Hilfe der Trainer kam dann die Entwicklung zum Libero, zwar immer mit dem offensiven Gedanken, aber immer mehr für die Mannschaft denkend. Vielleicht hat er sich hier zum Leader entwickelt und versucht die Mannschaft zu prägen. Immer für die Sache das Beste geben: Vorausdenken, sicherlich auch mit strategischen Stärken, nie aufgeben, ehrgeizig – vielleicht nicht mit den ganz großen Fähigkeiten nach hinten, aber dafür hatte ich wunderbare Mitspieler.“ Nach seiner aktiven Karriere war Sammer Trainer von Borussia Dortmund und vom VfB Stuttgart. Als Sportdirektor war er für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den FC Bayern tätig.

Weitere Kandidaten im Blick

Einen Traum hat er nun mit Blick auf die erste Elf der Hall of Fame noch – allerdings wird dieser nicht in Erfüllung gehen: „Es wäre ein Traum mit dieser Elf einmal für zwei Stunden zusammenzuspielen. Natürlich in der damaligen körperlichen Verfassung. Das wäre unglaublich.“ Als Kandidaten für die kommenden Aufnahmen in die Hall of Fame sieht Sammer Spieler der Generation 2014 wie Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Miroslav Klose.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: