Neuzugang Karim Haggui sitzt als Nachfolger von Molinaro im Spielerrat Foto: Pressefoto Baumann

 Der VfB Stuttgart geht mit einem neuen Spielerrat in die Rückrunde – und  auch eine dicke Überraschung ist dabei.

Kapstadt - Karim Haggui kann sein Glück noch immer kaum fassen. Zu Saisonbeginn war der Innenverteidiger von Hannover 96 zum VfB gekommen – jetzt sitzt er als Nachfolger von Cristian Molinaro im Spielerrat. Ein Aufstieg im Sauseschritt, von null auf hundert. „Dabei haben wir in der Mannschaft doch viele erfahrene Spieler, die vor mir stehen“, sagt der tunesische Nationalspieler. Mag sein, doch Haggui, der am 20. Januar 30 Jahre alt wird, muss mit seiner eigenen Erfahrung aus 170 Bundesliga- und 80 Länderspielen nicht hinterm Berg halten. 2009 stand er mit Bayer Leverkusen im DFB-Pokalfinale, 2004 war er Afrikameister, dazu Teilnehmer an der WM 2006 und den Olympischen Spielen 2004. „Ich habe bald zwölf Jahre als Profi hinter mir“, sagt er. Die Aufnahme in den Mannschaftsrat ­habe „große Bedeutung“ für ihn: „Ich freue mich, dass die Jungs mir vertrauen.“

So überraschend die Wahl für Haggui selbst kam – Trainer Thomas Schneider und Sportdirektor Fredi Bobic hatten fast sicher mit ihr gerechnet. „Wir haben vorher noch gesagt: Wetten, dass Karim es reinschafft?“, sagt Bobic. Was beide davon überzeugt hatte, ist Hagguis „überragendes Sozialverhalten. Er kümmert sich um die Belange seiner Mitspieler, und er spricht sehr gut Deutsch“, sagt Bobic. Schneider stellt Hagguis „gute Einstellung und seinen Charakter“ heraus und sagt: „Dafür haben die Jungs ein feines Gespür. Karim ist total akzeptiert.“

Georg Niedermeier (27) gehörte schon vergangene Saison dem Spielergremium an, er wurde wiedergewählt. Als Vertreter der jungen Garde nimmt Antonio Rüdiger (20) den vakanten Platz von Tasci ein. „Meine Wahl ist für mich ein klares Zeichen, dass ich einen gewissen Stellenwert in der Mannschaft habe. Das genieße ich“, sagt der Innenverteidiger, der 2013 durch zwei Platzverweise innerhalb kürzester Zeit negativ aufgefallen war. „Da muss ich jetzt noch mehr aufpassen, dass mir das nicht noch einmal passiert. Jetzt habe ich eine gewisse Vorbildfunktion der Mannschaft gegenüber“, sagt Rüdiger.

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