Baustellen und häufige Staus – wie hier an der Gaisburger Brücke – gehören in Stuttgart ebenso zum alltäglichen Bild wie erhöhte Schadstoffwerte. Das stinkt vielen Bürgern. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Fahrverbote oder nicht? Und wie sieht die Zukunft der Mobilität generell aus? Diese Fragen sind in Stuttgart noch immer offen. Kein Wunder, dass sich jetzt eine Gegenbewegung formiert.

Stuttgart - Die Hängepartie um die Luftreinhaltung in Stuttgart nervt. Sie stinkt diejenigen, die auf Verbesserungen setzen und dabei die Gerichte auf ihrer Seite wissen. Sie ist verheerend für alle, die nicht sagen können, ob ihr Fahrzeug künftig nur noch Schrottwert hat. Sie ärgert alle, die mit dem Thema Auto zu tun haben. Das Thema ist zäh wie Kaugummi, und oft geht es nur um kurzfristige Fahrverbote und nicht um ein generelles zukunftsfähiges Konzept. Stuttgart steht im Dauerstau. Auf der Straße und bei der Lösung der Verkehrsprobleme. Deshalb haben viele Bürger langsam die Nase voll.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich jetzt Widerstand gegen die Verkehrspolitik formiert. Allerdings kommt er von unerwarteter Seite. Die Taxibranche, die wie kaum ein anderes Gewerbe auf einen funktionierenden Verkehr angewiesen ist und sich häufig mit der Stadt anlegt, will die Zukunft selbst in die Hand nehmen. Mit einem Bündnis für Mobilität zielt sie auf Sitze im Gemeinderat. Ob das klappt, weiß keiner – doch wundern sollte sich im Rathaus keiner, wenn die Hängepartie bald neue Gesichter dorthin spült.

Juergen.Bock@stuttgarter-nachrichten.de

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