Was tun, wenn man keine Kontrolle über seinen Instagram-Account mehr hat, weil Hacker zugeschlagen haben? Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa

Wovor Mercedes-Benz nicht gefeit ist, kann auch dem Otto-Normaluser blühen: Der Instagram-Account wurde gehackt. Was dann zu tun ist.

Stuttgart - IT-Experten hatten bereits davor gewarnt: In der Corona-Krise steigt die Gefahr von Cyberangriffen. Zum einen seien Arbeits-Computer zuhause deutlich schwerer zu schützen als innerhalb der Netzwerke von Unternehmen, sagte Mikko Hyppönen von der IT-Sicherheitsfirma F-Secure kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. Zum anderen versuchten Online-Kriminelle verstärkt, Nutzern mit Phishing-Mails zu Coronavirus-Themen ihre Passwörter abzujagen.

Am Dienstagabend hat es den Stuttgarter Autobauer Daimler getroffen: Der Instagram-Account der Marke Mercedes-Benz wurde gehackt. Etliche Beiträge in dem sozialen Netzwerk wurden verfälscht und bearbeitet. In einem Bild war zum Beispiel ein BMW zu erkennen, versehen mit dem Text: „BMW IST VIEL BESSER (...).“

Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Wie merke ich, dass mein Account gehackt wurde?

Kommt eine E-Mail mit dem Betreff „Ihr Instagram-Passwort wurde geändert“ und man war nicht selbst am Werk, sollten die Alarmglocken angehen. Ein Blick auf das Konto bestätigt die schlimme Vorahnung: Die Profile wurden gehackt. Der Benutzername hat sich geändert und wer sich mit seinen alten Login-Daten anmelden will, muss feststellen, dass kein Account mehr zur E-Mail-Adresse passt. Die Eigentümer kommen schlichtweg nicht mehr an ihre Konten ran.

Wie kann man sich vor Hackerangriffen schützen?

Grundsätzlich rät Instagram dazu, ein starkes Passwort zu verwenden. Im besten Fall soll eine Kombination von mindestens sechs Zeichen bestehend aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen gewählt werden. Zudem sei eine zweistufige Authentifizierung ratsam.

Wie funktioniert die Zwei-Faktor-Authentifizierung?

Die Funktion lässt sich bei Instagram in nur wenigen Klicks aktivieren. Einfach in der eigenen Profilansicht auf die drei waagerechten Striche in der rechten, oberen Ecke klicken, „Einstellungen“ auswählen und bis zum Reiter „zweistufige Authentifizierung“ scrollen. Dort sollte der Schalter „Sicherheitscode anfordern“ aktiviert werden. Instagram fragt dann nach der eigenen Telefonnummer und sendet einen Code per SMS, der wiederum in der App eingegeben werden muss. Fortan ist das Profil doppelt geschützt. Nutzer müssen Änderungen des Kontos jetzt nicht nur per E-Mail, sondern auch mit dem Handy bestätigen. So soll es den Hackern viel schwerer fallen, sich Zugriff zum Profil zu verschaffen.

Wie meldet man ein gehacktes Instagram-Profil?

Für gehackte Instagram-Accounts bietet das Unternehmen ein Online-Formular, mit dem man das Problem melden kann. Man findet es auf der Startseite unterhalb von „Anmelden“. Das Feld heißt „Hilfe bei der Anmeldung“.

Und was passiert dann?

Gewöhnlich, zeigen Erfahrungsberichte, flattert dann recht schnell eine E-Mail vom Mutterkonzern Facebook mit dem Betreff „Instagram 2Fac Support“ ins Postfach. Was jetzt kommt, mag etwas absurd anmuten, ist aber dem Datenschutz geschuldet: Die Hilfesuchenden werden gebeten, ein Foto von sich zu senden. In den Händen sollen sie ein weißes Papier mit einem handgeschriebenen, per Mail versendeten Code und dem gehackten Nutzernamen einschicken.

Danach wird der Nutzer gebeten, die E-Mail-Adresse seines Kontos mit allen Benutzernamen, die seit der Anmeldung auf Instagram verwendet wurden, einzusenden. Stimmt alles überein, erhält der Betroffene einen Link, der alle Passwörter zurücksetzt und den Zugriff auf das eigene Profil wieder ermöglicht.

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