Sophie Cookson in „Gypsy“ Foto: Netflix

Sie ist der Shooting Star des britischen Kinos, hat Emma Watson schon mal eine Rolle weggeschnappt, und gut Küssen kann sie angeblich auch. Wir haben Sophie Cookson, die zurzeit an der Seite von Naomi Watts in dem Netflix-Seriendrama „Gypsy“ zu sehen ist, in London zum Interview getroffen.

London - In dem Psychodrama „Gypsy“ spielt Sophie Cookson eine Engländerin, die sich nach New York verirrt hat. Anders als in der Netflix-Serie versteckt sie beim Interview im Nobelhotel Corinthia in London ihren britischen Akzent nicht.

Ms Cookson, Sie spielen zurzeit im Serien­drama „Gypsy“ die Rolle von Sidney, einer Barkeeperin und Sängerin, die eine Affäre mit der Psychotherapeutin Jean anfängt. Naomi Watts, ihre Filmpartnerin behauptet, Sie seien eine ziemlich gute Küsserin.
Tja, „Gypsy“ ist nun mal eine ziemlich intensive Show. Nicht nur die Liebesszenen in der siebten Episode waren ganz schön heftig. Das ging nur, indem ich meine draufgängerische Seite erkundet habe
Sidney ist die Ex-Freundin eines Patienten von Jean. Was bringt diese Frauen zusammen?
Jean und Sidney sind voneinander besessen. Und irgendwann merken sie, dass sie eigentlich beide ein Spiel spielen, das aufregend, aber auch gefährlich ist. Beide wollen stets beweisen, wie wild sie sind, fordern sich ständig gegenseitig heraus, wollen immer ein bisschen verwegener als die andere sein.
Sidney behauptet, dass Langeweile schlimmer sei als der Tod.
Ja, deshalb ist sie froh, jemand gefunden zu haben, der genauso schlau, angriffslustig und wagemutig wie sie selbst ist. Es geht stets um den Adrenalinkick. Letztlich ist „Gypsy“ ein Psychodrama, das von zwei Süchtigen erzählt
Wenn Sie die Drehbuchautorin wären, was würde als nächstes passieren?
Das Tolle an „Gypsy“ ist ja, dass Sidney und Jean so unberechenbar sind. Lisa Rubin, die die Serie geschrieben hat, ist verdammt clever, denkt sich ständig Sachen aus, mit denen keiner gerechnet hat, da will ich gar nicht erst versuchen mitzuhalten.
„Gypsy“ lässt sich viel Zeit für die Geschichte, die sich zwischen Jean und Sidney entwickelt.
Als ich das Drehbuch für die erste Episode las, dachte ich: Wow, was passiert denn da! Und in jeder Episode kommt eine neue Schicht hinzu. Ich mag es, wie sich die Story und die Beziehung zwischen den beiden entwickelt, wie alles immer tiefer geht.
Gibt es eigentlich Gemeinsamkeiten zwischen Sidney und Sophie Cookson? Können Sie auch so einschüchternd sein?
Oh ja, das kann ich (lacht). Ich bin zwar nicht so cool, mutig, unbekümmert und hoffentlich auch nicht ganz so kompliziert wie ­Sidney, aber auch ich liebe die Herausforderung. Und wir haben gemeinsam, ziemlich zielstrebig und hartnäckig zu sein.
Wenn Sie sich entscheiden müssten, wären Sie lieber eine Sängerin oder eine Spionin?
Puh. Das Spionage-Geschäft ist viel zu anstrengend. Singen macht mehr Spaß.
Ich frage natürlich wegen des nächsten „Kingsman“-Films, der im September ins Kino kommt und in dem Sie wieder die Agentin Roxy spielen. Sind Sie da auch in ein paar spektakuläre Kampfszenen zu sehen?
Wenn ich Ihnen das jetzt verraten würde, würde mich Matthew umbringen.
Sie meinen Matthew Vaughn, der auch Regie bei dem ersten „Kingsman“-Film geführt hat und dem Sie viel zu verdanken haben. Er war derjenige, der Ihnen die Rolle gegeben hat, die eigentlich für Emma Watson vorgesehen war. London - Seither sind Sie als die Frau berühmt, die Emma Watson eine Rolle weggeschnappt hat
Das dürfen Sie nicht überbewerten. Ich weiß nicht einmal, ob das überhaupt stimmt. Ich habe nie mit Matthew darüber geredet.
Wodurch unterscheidet sich die Arbeit an einem Film wie „Kingsman“ und einer Serie wie „Gypsy“?
Wenn du in einem Film mitspielst, kennst du vorher das ganze Drehbuch und weißt, was mit dir als Figur passieren wird. Bei „Gypsy“ kannte ich immer nur die Geschichte der jeweils nächsten beiden Episoden und hatte keine Ahnung, was danach kommt. Das heißt, ich war immer in Alarmbereitschaft.
Welche TV-Serien schauen Sie selbst gerne?
Ich habe gerade „Bloodline“ gesehen. Ich bin ein absoluter Fan von Ben Mendelsohn. Ich finde aber auch die Serie „Big Little Lies“ ganz fantastisch.
„Big Little Lies“ mit Reese Witherspoon und Nicole Kidman entwirft wie „Gypsy“ ungewohnt vielfältige weibliche Charaktere.
Ja, das Fernsehen meint es derzeit gut mit uns. Ich glaube nicht, dass es jemals zuvor so viele anspruchsvolle Rollen für Frauen gegeben hat. Da tut sich definitiv etwas.
Und was tut sich bei Ihnen als nächstes?
Ich muss mich erst einmal erholen. Die Serie „Gypsy“ wirkt nicht nur sehr intensiv, der Dreh war es auch.

„Gypsy“ abrufbar auf Netflix

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