Der sanierte Hauptbau des Plochinger Gymnasiums wurde jetzt eingeweiht. Foto: Karin Ait Atmane

In rund einem Jahr soll die Erneuerung des Plochinger Gymnasiums abgeschlossen sein. Jetzt wurde der sanierte Hauptbau eingeweiht.

Mit der Sanierung ihres Gymnasiums hat die Stadt Plochingen schon etliche Zeitungsseiten gefüllt. Dabei ging es um explodierende Kosten, Verzögerungen und den „Schulstreit“ mit den Nachbargemeinden um eine Kostenbeteiligung. Jetzt ist ein positives Ende in Sicht: Man liege sowohl im Kostenrahmen als auch weitgehend im Zeitplan, sagte Bürgermeister Frank Buß bei der offiziellen Einweihung des sanierten Hauptbaus. An dem Festakt nahmen auch mehrere Vertreter aus der Politik und des zuständigen Regierungspräsidiums teil.

 

Es sei „ein Tag der Freude und des Feierns“, sagte der Bürgermeister in seiner Ansprache im Lichthof des Gymnasiums. Dieser Innenhof hat im Zuge der Sanierung eine eindrucksvolle Veränderung erfahren – vorher war er eher ein Dämmer- oder sogar ein „Dunkelhof“, wie es in den Ansprachen hieß. Jetzt ist er wirklich licht und die Stahlstele, die hier von Beginn an nach oben wächst, setzt mit frischem Rot einen Farbakzent. Das sei ganz im Sinne ihres Schöpfers, des Künstlers Wolfgang Klein, der ebenfalls zugegen war, verriet Buß.

Schüler loben die Neugestaltung des Plochinger Gymnasiums

Aber es geht nicht nur um Optik. Die Atmosphäre und die Räumlichkeiten einer Schule „beeinflussen das Lernen ganz maßgeblich“, wie Schulleiter Heiko Schweigert betonte. Er dankte der Stadt Plochingen und deren Gemeinderat, dass sie den Weg der Generalsanierung gegangen sind – und dass sie die Schule immer sehr eng in den Prozess eingebunden hätten. Von den Schülerinnen und Schülern bekomme er viel positive Resonanz auf die neue Gestaltung, so Schweigert. Ein großes Lob für die gelungene Sanierung kam auch vom langjährigen Lehrer Burkhard Wolf, dem Schwiegersohn des mittlerweile verstorbenen Architekten Jörg Könekamp – dieser hatte den Hauptbau mit dem charakteristischen Sichtbeton in den 60er-Jahren gestaltet.

Mit dem Hauptbau ist das Kernstück und auch der größte Teil der Sanierung vollzogen. Schon vorher wurde das Gebäude F, der ehemalige Kupferbau, saniert und ein neuer Fachbau hochgezogen. Aktuell wird am sogenannten Unterstufenbau, an der kleinen Turnhalle und am Bau Tannenstraße gearbeitet. Der Löwenanteil der Arbeiten ist vergeben, es sind nur noch wenige Gewerke offen. Die Stadt geht davon aus, dass Ende des kommenden Jahres auch der dritte Bauabschnitt fertig wird. Laut aktueller Prognose werde der Investitionsrahmen von rund 58 Millionen Euro, einschließlich des Neubaus, eingehalten, sagte der Bürgermeister. Der ursprüngliche Kostenrahmen lag allerdings zehn Millionen Euro niedriger, ihn hat der Gemeinderat 2023, nach Corona und dem Beginn des Ukrainekriegs, erhöht.

Stadt hofft auf Zuschüsse für Sanierung des Plochinger Gymnasiums

Sechs Nachbargemeinden, aus denen ein erheblicher Teil der Schüler des Gymnasiums kommen, haben sich nach langem Tauziehen mit insgesamt gut fünf Millionen Euro an den Kosten für den Neubau beteiligt, nicht aber an der Sanierung selbst. Diese beläuft sich auf rund 45 Millionen Euro – 7,7 Millionen Euro Fördergeld sind der Stadt sicher. Frank Buß äußerte die Hoffnung, dass Plochingen noch darüber hinaus einen Zuschuss vom Land bekommt. Denn dieses habe ganz aktuell die Schulbauförderung für Schulträger „mit hohem Auswärtigenanteil“ erhöht. „Ich gehe davon aus, dass die Stadt Plochingen von dieser wichtigen Neuregelung profitieren wird“, sagte er.

Mit der Sanierung wurden auch der Energie- und Wärmebedarf der Schule verringert, außerdem ist sie jetzt größtenteils barrierefrei. Vor allem aber habe man beste Bedingungen für Bildung geschaffen, waren sich die Redner einig.