Stephanie und Karl-Theodor zu Guttenberg Foto: dpa

Was lang gemunkelt wurde, ist jetzt offiziell: Die Guttenbergs gehen in die USA. Genauer: Connecticut.

Berlin - Es soll nicht wie eine Flucht aussehen und schon gar nicht wie ein Bruch mit der alten Heimat. „Wir wandern nicht aus“, versichert Stephanie zu Guttenberg. „Wir kommen zurück, das ist schon mal klar.“ Die 34-jährige Frau des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor und Mutter von zwei Töchtern äußerte sich am Dienstag in der „Bild“-Zeitung erstmals zu den Familienplänen, vorübergehend in die USA zu ziehen. Zum Schulanfang Anfang September wollen die Guttenbergs das neue Heim an der Ostküste beziehen. Wo genau, wird noch nicht verraten.

Schlafsack und Isomatte im Gepäck

Dem Vernehmen nach soll es nach Connecticut gehen, nicht weit von New York entfernt. Für die Übergangszeit nehmen die Guttenbergs Schlafsack und Isomatte mit, weil man ja nicht wisse, wann die Habseligkeiten aus Deutschland ankommen, sagt Stephanie zu Guttenberg. Die Kinder sind von der Schulleiterin schon mit einer Glitzerpostkarte begrüßt worden und ein Auto ist auch schon geordert - „eine gemütliche, praktische Familienkutsche“.

Über eine Auszeit der Familie im Ausland war bereits unmittelbar nach dem Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs (CSU) als Verteidigungsminister wegen der Plagiatsaffäre Anfang März spekuliert worden. Den Wunsch hat das Ehepaar schon länger, nur die Gelegenheit ergab sich lange Zeit nicht. Die Karriere in Deutschland ging vor.

Guttenberg hat während seiner Studienzeit ein Praktikum in einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei absolviert. Ihm werden exzellente Kontakte nach Amerika nachgesagt. Die kann er nun auch bei der Job-Suche am neuen Wohnort nutzen. In der Nähe von New York und nicht allzu weit von Washington entfernt ist er jedenfalls gut aufgehoben. Fast alle renommierten Universitätsinstitute und politischen Stiftungen, die sich mit Außenpolitik beschäftigen, befinden sich an der Ostküste. Ex-Politiker sind dort durchaus gefragt. Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer nahm beispielsweise nach seinem Ausscheiden aus dem Ministeramt eine einjährige Gastprofessur an der Princeton-Universität in New Jersey an.

Guttenberg will ein Buch schreiben

Langweilig dürfte Guttenberg in den USA jedenfalls nicht werden. Ein größeres Projekt hat er bereits in seiner Abschiedsrede beim Großen Zapfenstreich im Verteidigungsministerium angekündigt: Er will ein Buch schreiben.

Ganz aus dem Blickfeld der deutschen Öffentlichkeit wird das einstige Traumpaar der deutschen Politik nicht verschwinden. Stephanie will ihr Engagement gegen Kindesmissbrauch mit dem Verein „Innocence in Danger“ und für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft fortsetzen. Mindestens alle sechs bis acht Wochen will sie nach Deutschland reisen.

Und auch ihr Mann wird den Heimat-Kontakt nicht abreißen lassen. Schließlich hatte er unmittelbar nach seinem Rücktritt versprochen, er werde Oberfranken nicht im Stich lassen - „ebenso wenig meine politische Heimat, die CSU“. Dort sehnt sich schon jetzt so mancher nach einem politischen Comeback Guttenbergs. Zuletzt hatte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) gesagt, er „hoffe und glaube“, dass Guttenberg „wieder zurück will ins politische Geschehen“.

Bisher haben sich die Guttenbergs aber noch nicht festgelegt, wie lange ihre Auszeit dauern soll. „Das ist noch völlig offen“, sagt Stephanie zu Guttenberg.

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