Das Rathaus ist stolz auf die Arbeit des Eigenbetriebs Städtische Pflegeheime Foto: StZ

Die städtischen Altenheime sind bis an den Rand belegt, das zeigt der Jahresabschluss von 2016.

Esslingen - Sie sind beide zufrieden über den Jahresabschluss der Städtischen Pflegeheime, der gestern im Altenheim Obertor vorgestellt wurde: Der Geschäftsführer Thilo Naujoks, weil er es trotz ständiger Reformen im Pflegewesen und trotz eines verheerende Personalmangels geschafft hat, einen weiteren Standort in Hohenkreuz zu eröffnen, und der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger, weil die städtischen Pflegeheime mit ihren vier Standorten keine Defizite machen, sondern eine schwarze Null schreiben.

Die Null ist deswegen möglich, weil die Stadt es nicht darauf angelegt hat, aus dem kommunalen Eigenbetrieb Geld für den Haushalt der Stadt herauszuziehen. Aber die Stadt gibt auch keine Zuschüsse für die Altenheime. Dass die Stadt kommunale Altenheime betreibe, sei keine städtische Pflichtaufgabe, betonte Zieger, sondern ein Ausdruck der kommunalen Verantwortung für die Bürger der Stadt.

Die Städtischen Seniorenheime haben im vergangenen Jahr 2016 rund 14,1 Millionen Euro eingenommen und rund 14,04 Millionen Euro ausgegeben. Der Hauptposten waren die Personalausgaben mit rund zehn Millionen Euro. Alle Standorte in Esslingen waren zu 99 Prozent belegt, bis auf den neuen Standort Hohenkreuz. Das lag daran, dass er erst im vergangenen Jahr eröffnet wurde. Auch Hohenkreuz werde im laufenden Jahr die 99 Prozent Belegung erreichen, schätzt Naujoks.

Das zeigt vor allem eines: Der Bedarf an einer qualitativ hohen stationären Versorgung ist ungebrochen. Auch wenn es der Wunsch der meisten alten Menschen ist, daheim versorgt zu werden, und auch wenn der Gesetzgeber eine häusliche Pflege bevorzugt, sind die Altenheime immer noch die wichtigste Säule in der Versorgung. 53 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen wählen einen Platz im Heim.

Dass der Trend ungebrochen ist, das zeigen nicht nur die Belegungszahlen in Esslingen, das zeigt auch die Verweildauer. Im Schnitt bleibt ein alter Mensch drei Jahre in einem Esslinger Altenheim. Das Durchschnittsalter der Bewohner beträgt 83,6 Jahre. Doch der Schnitt wird durch wenige junge Pflegefälle gesenkt. In der Regel sind die Bewohner zwischen 90 und 95 Jahre alt.

Der Eigenbetrieb Städtische Pflegeheime verfolgt ein dezentrales Konzept. In möglichst vielen Stadtteilen soll es eine Einrichtung geben, damit die Bewohner nicht aus ihrem Viertel und ihrem Umfeld herausgerissen werden. Das weitaus größte und älteste Heim in Esslingen ist das Obertorheim in der Hindenburgstraße mit 152 Plätzen. Weitere Standorte sind in Berkheim (70 Plätze), in der Pliensauvorstadt (44 Plätze) und in Hohenkreuz (59 Plätze). Dazu kommen noch vier Tagespflegestationen mit 54 Plätzen.

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