Das Weilheimer Freibad bietet fast alles, was das Schwimmerherz erfreut. Foto: Horst Rudel

Weilheim hat am Wochenende das neue Schwimmbad eingeweiht, aber auch in Esslingen tut sich einiges.

Weilheim/Esslingen - Schwimmbäder haben es in Deutschland momentan nicht gerade leicht. Viele Städte und Kommunen haben sich aus Kostengründen in den vergangenen Monaten und Jahren von der Freiwilligkeitsaufgabe verabschiedet, auf eine Sanierung der in die Jahre gekommene Freizeitstätten verzichtet und die Bäder ganz einfach geschlossen. Das hat erhebliche gesellschaftliche Folgen: Immer weniger Kinder lernen das Schwimmen. Auch der Vereinssport leidet unter dieser Entwicklung.

„Wir setzen einen Gegentrend“, hat der Weilheimer Bürgermeister Johannes Züfle nicht ohne Stolz bei der Einweihung des Weilheimer Freibads am Wochenende verkündet. Und er fügte hinzu: „Bei uns wird nun viele Jahre lang kein Freibad geschlossen werden.“

Alles, was den Schwimmer erfreut

Zwar handelt es sich in Weilheim nominell um eine Generalsanierung des 1938 gebauten Bads. De facto ist aber im vergangenen Jahr auf dem Gelände des alten Freibads an der Scholderstraße ein Neubau entstanden. Auf einer vergleichsweise überschaubaren Fläche gibt es wirklich fast alles, was der Freibadbesucher heute erwartet: ein in Edelstahl ausgekleidetes Schwimmer- und ein davon abgetrenntes und mit sprudelnden Wasserattraktionen aufgewertetes Nichtschwimmerbecken, ein neuer Dusch- und Umkleidebereich, ein ebenfalls neues Kinder-Planschbecken, ein kleiner Spielplatz und ein Beachvolleyballfeld. Und sogar die Versorgung mit Eis und Pommes ist aus einem Food-Truck und mithilfe von Eis- und Getränkeautomaten gesichert.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist der ein wenig an einen Käfig erinnernde automatisierte Eingangsbereich. Denn wer ins Bad hineinkommen will, muss sich am Automaten eine Karte kaufen oder seine Dauerkarte scannen. „Aber“, davon ist Johannes Züfle überzeugt, „wer schon einmal ein Parkticket in einer Tiefgarage bezahlt hat, schafft das schon.“

18 Kilometer Elektrokabel, 25 000 Pflastersteine

4,2 Millionen Euro hat sich Weilheim das neue Bad kosten lassen. Vier Kilometer Rohrleitungen, fast 18 Kilometer Elektrokabel und mehr als 25 000 Pflastersteine sind in den vergangenen Monaten verlegt worden. Ganz hat es nicht geklappt, den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten. Aber dennoch ist Züfle sehr zufrieden damit, dass lediglich 328 Tage von den ersten Abrissarbeiten bis zur Wiedereröffnung vergangen sind.

Die fünfwöchige Verspätung soll zumindest teilweise dadurch wieder aufgefangen werden, dass das Weilheimer Freibad in diesem Jahr bei entsprechendem Wetter bis Ende September geöffnet haben wird. Züfle: „Wir sehen das auch ein wenig als eine Testphase, in der wir eventuell auftretende Kinderkrankheiten schnell beheben können.“

Zweite Phase der Bädersanierung in Esslingen

Derweil kommen nicht nur aus Weilheim erfreuliche Nachrichten für die Badefreunde im Landkreis. Die Stadtwerke Esslingen haben am Montag mitgeteilt, dass im September die zweite Phase der Bädersanierung in Esslingen beginnen wird. Nachdem das Neckarfreibad im Mai wiedereröffnet wurde, ist das Hallen-Freibad in Berkheim an der Reihe. In den kommenden zwei Jahren wird dort für neun Millionen Euro nicht nur die Wasseraufbereitung erneuert. Auch Umkleiden, Toiletten und Duschen sowie der Eingangsbereich werden neu gebaut, die Schwimmhalle wird saniert und ein Innenbecken mit Hubboden eingebaut. Das Außenbecken bekommt eine neue Edelstahlwanne. Im Sommer 2021 soll das Hallen-Freibad wiedereröffnet werden.

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