Kleine Grundschulen sieht der Rechnungshof als hohen Kostenfaktor. Foto: dpa

Der Rechnungshof hat sein lange erwartetes Gutachten zum effizienten Lehrereinsatz vorgestellt. Er rät, Gemeinden stärker an den Kosten zu beteiligen, wenn sie kleine Grundschulen erhalten wollen.

Stuttgart - Die Rechnungsprüfer des Landes stellen die Zukunft kleiner Grundschulen zur Diskussion. Nach Informationen unserer Zeitung raten sie in einem lange erwarteten Gutachten zum Lehrereinsatz dazu, entweder Grundschulen im Rahmen der regionalen Schulentwicklung zusammenzufassen oder Kommunen stärker an den Kosten zu beteiligen, wenn sie kleine Grundschulen erhalten wollen. Darüber sollten Land und Gemeinden in eine Diskussion eintreten.

In einer ersten Reaktion lehnt der Gemeindetag den Vorschlag kleine Grundschulen zu schließen, entschieden ab. Er werde sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass das Land beim Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege“ bleibe, erklärt Gemeindetagspräsident Roger Kehle. Kleine Schulen auf dem Land zu schließen sei „nicht nur für die Kinder die schlechteste Lösung, es verursacht auch unnötige Fahrtkosten.“

Weniger Lehrer in die Verwaltungen

Gut unterrichteten Kreisen zufolge empfehlen die Rechnungsprüfer auch ein Jahresarbeitszeitkonto für Lehrer anstelle der bisherigen Berechnung der Arbeitszeit nach der Unterrichtsverpflichtung pro Woche. Schon in früheren Denkschriften hatte der Rechnungshof ähnliche Vorschläge gemacht. Auch rät der Rechnungshof, die Anzahl der Lehrer, die nicht im Unterricht eingesetzt werden, zu reduzieren. Das hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) selbst bereits angekündigt. Nach früheren Angaben sind mehrere tausend Lehrer in die Schulverwaltungen abgeordnet.

Weiter heißt es, die Zahl der Schulversuche solle eingeschränkt werden. Schulversuche seien nur gerechtfertigt, wenn sie einen klaren Zweck verfolgten und wissenschaftlich begleitet würden. In der Frage der Klassengrößen hätten die Rechnungsprüfer indes keinen Zusammenhang erkannt, dass kleine Klassen automatisch zu höherer Unterrichtsqualität führen würden.

Kabinett wird informiert

Das Gutachten, das bereits im November 2016 vom Kultusministerium in Auftrag gegeben wurde, ist am Donnerstag dem Finanz- und dem Kultusministerium zugegangen. Die beiden Ministerinnen wollen am Dienstag im Kabinett darüber informieren. Danach will das Kultusministerium die Expertise öffentlich zugänglich machen.

Dem Vernehmen nach hätte man sich im Kultusministerium von dem 100 Seiten starken Gutachten mehr erwartet.

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