Bei Wellensittichen sind die Nasenöffnungen deutlich zu erkennen Foto: Fotolia

Vögel haben ein ganz hervorragendes Sehvermögen. Auch ihr Hörsinn ist relativ gut ausgeprägt. Ihr Geruchssinn war lange unterschätzt. Dabei wissen sie Gerüchte durchaus zu nutzen.

Einem Adlerauge entgeht nichts. Denn Vögel haben ein ganz hervorragendes Sehvermögen. Auch ihr Hörsinn ist relativ gut ausgeprägt – sonst wäre etwa das Gezirpe und Gezwitscher im Frühling vergebene Liebesmüh. Aber können ­Vögel auch riechen?

Eine sichtbare Nase haben sie nicht. Bei einigen Arten sind lediglich zwei Öffnungen am oberen Schnabelansatz zu sehen. Trotzdem nehmen Vögel durchaus Gerüche wahr. Von einigen Wasservögeln und Aasfressern wissen Forscher schon lange, dass sie ihre Nahrung am Geruch erkennen. Versuche haben gezeigt, dass das Herz mancher Vögel schneller oder langsamer schlägt – je nachdem, welcher Duft sie umgibt.

Brieftauben orientieren sich sogar mit Hilfe ihres rechten Nasenlochs. Das haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell gemeinsam mit italienischen Kollegen herausgefunden. Ist die rechte Öffnung verstopft, brauchen die Navigationskünstler deutlich länger für den Weg nach Hause in ihren Schlag.

Bei Singvögeln ging die Wissenschaft noch bis vor ein paar Jahren davon aus, dass sie keinen Geruchssinn haben. Vergleicht man das Hirn eines Wellensittichs oder Kanarienvogels mit dem eines Säugtiers, ist tatsächlich nur ein sehr kleiner Teil, der Riechkolben, für die Wahrnehmung von Gerüchen zuständig. Erst die Versuchsreihe eines Forscherteams der Universität Bielefeld mit Zebrafinken machte klar, dass auch Singvögel riechen können. Die Versuchstiere konnten anhand des Dufts das eigene Nest von dem fremder Vogelfamilien unterscheiden. Das lasse darauf schließen, dass auch andere Arten riechen können, so die Forscher. Nase hin oder her.

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