Gurlitt-Schwager wendet sich an Polizei Münchner Kunst auch in Kornwestheim?

Von Alexander Ikrat 

Ein Kunstwerk des deutschen Malers Otto Dix ist eines der Gemälde, die in der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt lagerten. Foto: dpa
Ein Kunstwerk des deutschen Malers Otto Dix ist eines der Gemälde, die in der Münchner Wohnung von Cornelius Gurlitt lagerten. Foto: dpa

Der Münchner Kunstfund zieht Kreise - bis nach Kornwestheim. Der Schwager von Cornelius Gurlitt hat sich hier an die Polizei gewandt und 22 wertvolle Gemälde abholen lassen.

Der Münchner Kunstfund zieht Kreise - bis nach Kornwestheim. Der Schwager von Cornelius Gurlitt hat sich hier an die Polizei gewandt und 22 wertvolle Gemälde abholen lassen.

Kornwestheim - Nach dem spektakulären Kunstfund von München hat sich jetzt ein Mann aus Kornwestheim an die Polizei gewandt und sie gebeten, 22 wertvolle Gemälde abzuholen.

Der 80-Jährige ist nach Informationen unserer Zeitung der Schwager von Cornelius Gurlitt, in dessen Schwabinger Wohnung 1406 verloren geglaubte oder unbekannte Werke vor allem der Klassischen Moderne von Pablo Picasso bis Max Beckmann gefunden worden waren. Gurlitt ist der Sohn von Hildebrand Gurlitt, einem der vier Kunsthändler, die von den Nazis mit dem Verkauf der von ihnen verfemten, sogenannten entarteten Kunst beauftragt waren.

Der Kornwestheimer hatte die Ludwigsburger Polizei angerufen und ihr mitgeteilt, dass er in seiner Wohnung Kunstobjekte habe, von denen ein Teil mit dem Münchner Kunstfund von 2012 in Zusammenhang stehe, der erst vergangene Woche bekannt wurde. Nach einer Mitteilung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg äußerte der Mann Sorge um die Sicherheit dieser Kunstwerke und bat die Beamten um die sichere Aufbewahrung. Als Grund für seine Beunruhigung nannte er die umfangreiche Berichterstattung über den in München entdeckten Kunstschatz. Offenbar fürchtete er, dass seine Wohnadresse bekannt werden und Einbrecher anziehen könnte.

Einem Sprecher des Landeskriminalamts zufolge wurden die Kunstwerke des Mannes am Samstag von der Polizei abgeholt und an einen sicheren Ort gebracht. Nähere Angaben machte der Sprecher nicht. Den Ermittlern lägen keinerlei Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung vor, hieß es. Über die Urheber der Kunstwerke sowie die Herkunft und den Wert wollte die Polizei am Wochenende ebenfalls keine Angaben machen.

Den abgetauchten Cornelius Gurlitt wollen französische Reporter derweil in München gesehen haben.

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