Sparschwein auf Japanisch: Maneki-neko Foto: Imagepocket - stock.adobe.com

Japan ist ein teures Reiseziel? Einspruch! Selbst in den Megacitys finden sich gute, saubere Hotelzimmer, die mit Frühstück ab 60 Euro kosten. Für fünf Euro isst man schmackhafte Ramen, Dumplings und Bowls.

Spaßbremse bei Japanreisen sind vor allem die Flugpreise. Für den fast 13 Stunden langen Direktflug mit Lufthansa (www.lufthansa.com) werden ab 1050 Euro fällig. Finnair verkauft seine Flüge mit Stopover in Helsinki jenseits deutscher Ferienzeiten ab 850 Euro (www.finnair.com). Flüge sollte man nicht übers Smartphone buchen, sonst wird es schnell 15 bis 20 Prozent teurer. Bitter für Familien: Zu nahezu allen deutschen Ferienzeiten sind die Flüge um bis zu 60 Prozent teurer.

 

Schonend fürs Budget ist es, stark frequentierte Hotspots wie Kioto, Osaka oder Tokio mit Orten jenseits der Touristenströme zu kombinieren. Lohnend sind etwa die vielseitigen Inseln Kyushu und Shikoku sowie die Region Tohoku gut 400 Kilometer nördlich von Tokio. Weniger bekannte, aber sehenswerte und schön gelegene Städte sind Kobe, Okayama, Sendai, Matsumoto oder Takasaki.

Gute Nacht!

Hotels der japanischen, in Europa unbekannten Business-Hotel-Marke Dormy Inn verwöhnen ihre Gäste mit eigenem Onsen-Bad und Sauna und rund 20 Quadratmeter großen Zimmern. Die gibt es pro Nacht mit gutem, reichhaltigen Frühstück ab 65 Euro. Vergleichbare Leistungen, Qualität und Preise bieten die japanweit 170 Häuser der Marke Super Hotel. Check-in-Automaten haben mehrsprachige Menüs. Beide Häuser sind problemlos über www.booking.com buchbar, aber auch und oft zu besseren Preisen über die eigenen Websites:

www.superhoteljapan.com/en

https://dormy-hotels.com/dormyinn/

Sushi 2.0: Läuft!

Wer in Deutschland Sushi isst, kaut vor allem auf Frischkäserollen und Maki mit Billiglachs herum oder verlässt das Lokal mit einem großen Loch im Geldbeutel. Nicht so in Japan. Sushi-Genuss zu günstigen Preisen ermöglichen dort große Ketten: Kappa Sushi ist seit mehr als 40 Jahren auf dem Markt und betreibt rund 320 Lokale in ganz Japan. Gut sind auch Kura Sushi mit 450 Läden und Sushiro mit 500 Niederlassungen.

Bestellung und Bezahlung sind automatisiert. Die am Touchscreen ausgewählten Nigiri und Sashimi kommen übers Laufband individuell zum Platz des Kunden. Die Preise? Zwei Stück Tuna, Oktopus oder Mackerel Nigiri kosten 0,90 bis 1,40 Euro, eine Platte mit zwölf Stück Tuna, Fresh Yellowtail, Salmon, Squid, Shrimps und Wellhornschnecke gibt es ab 4,65 Euro. Die Menüs auf den Touchscreens sind immer mehrsprachig.

www.kurasushi.co.jp/en

www.akindo-sushiro.co.jp/en

www.kappasushi.jp/menu2/en

Teigtaschen naschen

Gyoza sind mit Schweinefleisch, Kohl und Lauch gefüllte Teigtaschen. Man isst sie gebraten, gedämpft oder frittiert. Die Kette Gyoza Ohsho verkauft in mehr als 730 Filialen landesweit rund 600 Millionen Portionen jährlich. Sechs Stück kosten ab zwei Euro. Menüs auf Englisch sind verfügbar.

www.ohsho.co.jp/english/

Nudel dich satt

Udon sind dicke, weiche Weizennudeln, die in einem würzigen Sud aus getrocknetem Seetang und Bonitoflocken mit Tempura, Frühlingszwiebeln oder Tofu serviert werden. Ramen-Nudeln sind dünner. Die Brühe basiert auf Fleisch, Fisch oder Gemüse. Dazu gibt es marinierten Schweinebauch (Chashu) in Scheiben, Nori-Alge, Ei und Frühlingszwiebeln. Auch für Ramen-Fans gibt es gute, landesweite Ketten.

Zu den großen gehört Ichiran Ramen. Bekannt ist sie für Tonkotsu Ramen. Die große Portion kostet ab 4,80 Euro. Gute Ramen bekommt man auch bei Ippūdō, das landesweit mit gut 50 Filialen vertreten ist und für die Portion ab 7,70 Euro verlangt.

https://ippudous.com

https://en.ichiran.com/ramen/index.html

Yes, we curry!

Curry Rice hat in Japan fast den Rang eines Nationalgerichts. Coco Ichibanya ist eine japanweit vertretene Kette, die fürs vegetarische Curry Rice ab 5,30 Euro, fürs Curry mit Fleisch ab sechs Euro verlangt. Man bestellt über QR-Code auf Englisch, wählt zwischen 150 und 900 Gramm Reis und legt den gewünschten Schärfegrad fest.

www.ichibanya.co.jp/english

Bowls auf Japanisch

Gyudon ist eine Schüssel mit Reis unter einer süß-salzigen Mischung aus Rindfleisch und Zwiebeln, langsam mit Mirin und Sojasoße gekocht. Bei der Kette Yoshinoya, die auf über 100 Jahre Tradition zurückblickt, isst man Gyudon ab 2,90 Euro. Diese beliebte Kette betreibt mehr als 1220 Filialen in ganz Japan und hat auch saisonale Exoten wie Aal oder Beef Back Curry ab 3,65 Euro im Angebot.

www.yoshinoya.com/en

Zug statt Mietwagen

Linksverkehr und der Heckmeck mit der für die Anmietung nötigen, beglaubigten Übersetzung des internationalen Führerscheins machen Mietwagen nicht sonderlich attraktiv, es sei denn, man ist in kleinen Gruppen unterwegs, dann ist es die günstigste Option.

Von Streiks, Zugausfällen und Verspätungen geplagte Deutsche erwartet in Japan das Paradies. Die Züge sind superpünktlich und sehr sauber. Die Bahnhöfe der großen Städte sind blitzblanke Shoppingmalls mit Gleisanschluss. Rail-Pässe sind eine gute Option, auch wenn der bei Touristen beliebte Japan Rail Pass kürzlich 65 Prozent teurer wurde. Er kostet für 14 Tage nun knapp über 500 Euro. Interessant sind regionale Bahnpässe wie der JR East-South Hokkaido Rail Pass. Dieser deckt die ausgesprochen reizvolle Region zwischen Tokio und der Metropole Sapporo auf Hokkaido ab, gilt sechs Tage und kostet 220 Euro.

www.jrpass.com/de

Cash oder Karte?

Bei aller Technikaffinität Japans gilt in manchen Restaurants auch großer Städte, in Bussen, vielen Museen und kleinen Läden auf dem Land immer noch: Nur Bares ist Wahres. Zum Geldabheben geht man am besten in den 7-Eleven Convenience Store, dort findet sich immer ein Geldautomat der Seven Bank. Die landesweit über 27 000 Automaten akzeptieren Visa Card, Mastercard, die Maestro- oder auch EC-Karte sowie Amex.

www.sevenbank.co.jp