Einer der Häftlinge soll in zwei Monaten nach Hamburg kommen, einer nach Rheinland-Pfalz.

Berlin/Mainz - Deutschland wird zwei ehemalige Insassen des US-Gefangenenlagers Guantánamo aufnehmen. Einer von ihnen solle nach Hamburg kommen, ein zweiter nach Rheinland-Pfalz, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Koalitionskreisen.

Die "Allgemeine Zeitung" aus Mainz berichtete, die früheren Gefangenen würden in zwei Monaten nach Deutschland kommen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat für 15.30 Uhr eine Pressekonferenz zum Thema Guantánamo-Häftlinge angekündigt.

Nach Angaben der "Allgemeinen Zeitung" habe der rheinland- pfälzische Innenminister Karl-Peter Bruch (SPD) Bundesinnenminister de Maziére das Angebot gemacht, einen Ex-Häftling aufzunehmen.

Schon Anfang Juni hatte das von einer schwarz-grünen Koalition regierte Hamburg die Aufnahme eines ehemaligen Guantánamo-Gefangenen nicht ausgeschlossen. Aus Bayern, Thüringen, Hessen, Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen und Berlin waren dagegen mehr oder weniger klare Absagen gekommen.

Im März hatte eine deutsche Delegation drei Häftlinge in dem US- Gefangenenlager auf Kuba besucht. Dabei soll es sich um einen Jordanier, einen Syrer und einen Palästinenser gehandelt haben, die von der US-Regierung zur Entlassung vorgesehen waren. Ob die beiden Häftlinge, die in Deutschland aufgenommen werden sollen, aus diesem Kreis kommen, war zunächst nicht bekannt.

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