Der 89-jährige Panteleimon Moisiadis hegt und pflegt an der Ecke Vaihinger und Maierstraße in Möhringen hingebungsvoll einen öffentlichen Grünstreifen. Foto: Caroline Holowiecki

In Möhringen kümmert sich ein bald 90-Jähriger hingebungsvoll um einen Grünstreifen im öffentlichen Raum. Er pflanzt Blumen und räumt Müll weg. Warum?

Möhringen - Panteleimon Moisiadis sitzt im Schatten, den ein großer Baum spendet. Seine Krücke lehnt an seinem Stuhl. So beobachtet er das Treiben an der Vaihinger Straße. In Möhringen kennt man den Senior. Nahezu täglich verweilt er an der Ecke zur Maierstraße vor seinem Wohnhaus. „Er sitzt hier vormittags, mittags geht er etwas essen, dann schlafen, und dann kommt er wieder“, erklärt ein Landsmann für den Senior, der vor 50 Jahren aus Griechenland nach Deutschland kam. 89 Jahre alt sei er, übersetzt der andere.

Doch Panteleimon Moisiadis sitzt hier nicht nur, er tut auch was. Das kleine Plätzchen an der Straßenecke hat er aufgehübscht. Im Grünstreifen hat er Samen ausgebracht und Pflanzen herangezogen, mehrmals täglich kommt er, um sie zu gießen. „Das sind meine Blumen“, sagt er lächelnd und blickt auf Kornblumen, Nelken und andere Sommerblüten. Außerdem räumt er den Müll rund um die Sitzbänke weg. Vor allem seit Corona sei es schmutziger. „Sauerei“, sagt er.

Er will das Plätzle schön machen

Warum der Aufwand? Der betagte Mann zuckt mit den Schultern. Es sei ihm einfach wichtig, sein Plätzle schön zu machen, gibt er mit Händen und Füßen zu verstehen. „Viel Liebe“, sagt er und zeigt sein freundliches und leicht schüchternes Lächeln. Darum habe es ihn auch geschmerzt, als neulich jemand mit Maschinen seine Blumen plattgemacht habe. Nach einem Krankenhausaufenthalt habe er „alles kaputt“ vorgefunden. Mit dem Look des kleinen Beetes ist er demnach aktuell nicht so zufrieden. Er zeigt auf ein winziges Bäumchen am Ende des Grünstreifens. Das habe er mühsam wieder aufgepäppelt, ist zu erfahren. „Jetzt ist es wieder gut“, sagt er. Panteleimon Moisiadis’ Sohn kommt hinzu. Ihm wäre es eigentlich lieber, wenn der Vater kürzertreten und sich nicht so viel bücken und Gießkannen schleppen würde, sagt er. Ob’s der Senior bleiben lässt, ist indes fraglich. Der Sohn sagt: „Es ist seine Leidenschaft.“

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