Tamara Stoll, Landessprecherin der Grünen Jugend. Foto: Grüne Jugend/Jakob Saute

Die Grüne Jugend im Land hatte sich im Vergleich zu anderen Teilen Deutschlands ruhig verhalten. Doch bei der Aufstellung der Landesliste zur Bundestagswahl wird der Spitzenkandidatin der Grünen Jugend ein aussichtsreicher Platz verwehrt. Das sorgt für Ärger.

Die Grüne Jugend hat am Sonntag mit einem klaren Angebot auf die Klatsche bei der Listenaufstellung für die Bundestagswahl beim Landesparteitag in Reutlingen reagiert. „Wir müssen jungen Menschen ein Angebot machen“, sagte die Landessprecherin Tamara Stoll am Sonntag bei der Aussprache. „Deshalb ist es so schade, dass wir gestern so schmerzhaft abgelehnt wurden.“ Die Partei habe es nicht geschafft, jungen Menschen ein personelles Angebot zu machen, dass sie anspreche.

 

Die Spitzenkandidatin der Grünen Jugend, Sarah Heim, war am Samstag bei der Listenaufstellung für die Bundestagswahl auf Platz neun und zehn gescheitert und musste sich schließlich mit dem ziemlich aussichtslosen Platz 23 zufrieden geben. Das ist ungewöhnlich, zumal Heim, ehemalige Landessprechering der Grünen Jugend, mit einer Ausbildung im Katastrophenschutz auch fachliches Wissen mitbringt. Die Landesliste ist wichtig, weil über sie die Plätze nach dem Zweitstimmenergebnis vergeben werden. Zuletzt saßen 17 Grüne aus Baden-Württemberg im Bundestag.

Die Listenaufstellung ist deshalb eine hochpolitische Angelegenheit. Im realpolitisch geprägten Landesverband haben es Kandidaten aus dem linken Flügel üblicherweise schwer. Umso mehr überraschte es, dass auf den ersten drei Plätzen mit Ricarda Lang und der Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger gleich zwei Frauen vom linken Flügel gesetzt waren. Doch auf den weiteren aussichtsreichen Plätzen dominierte der Realo-Flügel. Einzig Zoe Mayer aus Karlsruhe schaffte es mit einer Kampfkandidatur unter die Top Ten.

Dabei war es bei der Grünen Jugend in Baden-Württemberg anders als auf Bundesebene zuletzt verhältnismäßig ruhig geblieben. Die Austritte hielten sich in Grenzen. Stoll machte deutlich, dass die Grüne Jugend im Südwesten auch im Wahlkampf zur Partei halten wolle. Es brauche aber eine klare programmatische Ausrichtung auf Klimaschutz. „Das wäre ein Angebot um jungen Menschen endlich wieder ein Angebot zu machen“, sagte sie. Es brauche auch mit Blick auf die Landtagswahl 2026 einen Aktionsplan für junge Menschen. „Lasst uns gemeinsam gestalten“, bot sie der Partei an.