Cem Özdemir beim Parteitag der Grünen in Baden-Württemberg. Foto: dpa

Cem Özdemir nutzt beim Parteitag der Grünen in Baden-Württemberg den Rückenwind und bringt sich für den Vorsitz der Bundestagsfraktion in Stellung.

Heidenheim - Der Parteichef der Grünen hat seine Ambitionen auf den Fraktionsvorsitz noch nicht aufgegeben. Die Unterstützung des Grünen-Landesverbandes hat er, kommentiert Renate Allgöwer

Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir hat beim Parteitag seines Heimatverbands Baden-Württemberg viel Zuspruch und Rückendeckung gefunden. Sein Verhandlungsgeschick bei den Sondierungen zu einer Jamaikakoalition wurde viel gelobt, ebenso seine Führungsqualitäten.

Den Rückenwind nutzt Özdemir, um ein Signal zu senden. Er hat kaum verbrämt Interesse am Vorsitz der Bundestagsfraktion angemeldet. Die Konstellationen und Regularien der Grünen sprechen nicht für den Oberrealo aus Baden-Württemberg. Katrin Göring-Eckardt hat ihren Hut schon in den Ring geworfen. Damit ist der Realoplatz an der Spitze bereits besetzt, von einer Frau noch dazu. Dass die Grünen keinen Vertreter des linken Flügels an der Spitze sehen wollen, ist unwahrscheinlich.

Özdemir jedoch gibt das Rennen offenkundig noch nicht verloren. Er hat an Statur gewonnen. Über seine Anmeldung können die Grünen nicht einfach hinweggehen. Auf unsichere Alternativen mag er sich nicht einlassen. Der Stuttgarter Abgeordnete wurde in Heidenheim immer wieder als potenzieller Kretschmann-Nachfolger gehandelt. Özdemir zieht jedoch die Berliner Karte. Er sehe seine Zukunft in Berlin, sagt er unmissverständlich. Das letzte Wort über eine tragende Rolle Özdemirs in der Bundespolitik scheint zumindest aus Sicht seiner baden-württembergischen Parteifreunde noch nicht gesprochen.

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