Welche Bedeutung hat Gründonnerstag? Foto: Romolo Tavani/Shutterstock

Woher kommt Gründonnerstag? Welches Essen gibt es an Gründonnerstag? Und ist Gründonnerstag ein Feiertag? Wir beantworten alle Fragen im Artikel.

Als „Gründonnerstag“ wird der fünfte Tag der Karwoche bezeichnet. Die Karwoche ist im Christentum die letzte Woche der Fastenzeit. Sie beginnt am Palmsonntag und endet mit dem Fastenbrechen an Ostersonntag. Der Gründonnerstag findet seinen Ursprung also im Neuen Testament der Bibel.

Ist Gründonnerstag ein Feiertag?

Gründonnerstag ist zwar ein christlicher Festtag, aber kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es handelt sich bei Gründonnerstag um einen normalen Werktag.

Im Rahmen der Corona-Pandemie 2021 sollte Gründonnerstag einmalig als „Ruhetag“ definiert werden. Demnach wären Geschäfte inklusive Lebensmittelläden geschlossen geblieben, private Zusammenkünfte und Ansammlungen im öffentlichen Raum wären stark begrenzt bzw. untersagt. Gründonnerstag 2021 wäre dann laut Kanzlerin Angela Merkel wie Sonn- und Feiertage betrachtet worden. Am Mittag des 24.03. wurde dieser Vorschlag jedoch von der Kanzlerin wieder gekippt. Gründonnerstag soll auch 2021 kein Ruhetag werden.

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In einigen Bundesländern sowie in Österreich ist Gründonnerstag 2021 generell schulfrei, da der Tag in den Osterferien liegt. Davon ausgeschlossen sind lediglich Hamburg, Sachsen und das Saarland.

In vielen Bundesländern ist Gründonnerstag zudem ohnehin ein sogenannter stiller Feiertag, das heißt, es herrscht „Tanzverbot“, das sich oft auch auf andere öffentliche Veranstaltungen wie Sport- oder Musikdarbietungen bezieht. In diesen Bundesländern ist Gründonnerstag ein stiller Feiertag:

  • Baden-Württemberg: ab 18 Uhr
  • Bayern: ab 2 Uhr
  • Hessen: ab 4 Uhr
  • Niedersachsen: Ab 5 Uhr
  • Nordrhein-Westfalen: ab 18 Uhr
  • Rheinland-Pfalz: ab 4 Uhr
  • Saarland: ab 4 Uhr

Der auf den Gründonnerstag folgende Karfreitag ist deutschlandweit ein gesetzlicher Feiertag und mindestens ab 6 Uhr morgens auch überall ein stiller Feiertag. In den oben genannten Bundesländern ist der gesamte Karfreitag ein stiller Tag.

In anderen Ländern ist Gründonnerstag aber durchaus ein regulärer Feiertag, so beispielsweise in Dänemark („Skærtorsdag“), in Island („Skírdagur“) oder in Norwegen, wo der Gründonnerstag umgangssprachlich auch „Schwedentag“ genannt wird. Denn in Schweden ist Gründonnerstag kein Feiertag, alle Geschäfte haben geöffnet und viele Norweger fahren zum Einkaufen nach Schweden.

Auch in vielen Ländern Mittel- und Südamerikas ist der „Jueves Santo“ ein Feiertag, beispielsweise in Mexiko, Argentinien und Kolumbien.

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Gründonnerstag: Bedeutung

An Gründonnerstag erinnern sich die Christen an das letzte Abendmahl Jesu mit den 12 Aposteln. Auf Gründonnerstag folgt Karfreitag, der Tag der Kreuzigung. Mit der Feier des letzten Abendmahls beginnt das sogenannte „Triduum Sacrum“, also die Feier der drei österlichen Tage.

Der Gründonnerstag hat in der christlichen Religion eine hohe Bedeutung, schließlich begründet er das Abendmahl, die sogenannte Eucharistie, durch Jesus Christus. Der Leib und das Blut Christi werden dabei bis heute verehrt.

Allerdings liegt der Gründonnerstag ja in der Fastenzeit, in der die Gläubigen den Leidensweg, die Passion Christi nachvollziehen sollen. Diese Tage sind geprägt von Trauer und Demut, weswegen eine tatsächliche Feier oder Verehrung des Abendmahls an Gründonnerstag nicht gestattet ist. Deswegen führte die katholische Kirche im 13. Jahrhundert Fronleichnam ein. Dieser Feiertag steht in enger Verbindung zum Gründonnerstag und ist somit das zweite eucharistische Hochfest der Christen.

Warum heißt es „Gründonnerstag“?

Der Name „Gründonnerstag“ ist bereits vor dem 15. Jahrhundert entstanden. Er ist allerdings nur auf das deutsche und tschechische Sprachgebiet beschränkt.

Das spanische „Jueves Santo“ heißt übersetzt „Heiliger Donnerstag“, was vor allem in romanischen Sprachen gebräuchlich ist. Im skandinavischen Raum lässt sich der Name mit „Reiner Donnerstag“ übersetzen und im Niederländischen sowie Französischen bezeichnet man den Tag als „Weißen Donnerstag“ (Witte Donderdag/ jeudi blanc).

Woher der Name kommt, ist nicht geklärt, es gibt lediglich verschiedene Theorien, die sich nicht ausschließen müssen, da bei der Entstehung des Namens mehrere Faktoren eine Rolle gespielt haben können.

  • Theorie 1: Der Name stammt vom Wort „virides“, was übersetzt „die Grünen“ heißt und für die Büßenden steht, deren Sünden erlassen wurden und die nun, wie lebendiges, „grünes Holz“ wieder zur Kommunion gehen durften.
  • Theorie 2: Heutzutage ist Weiß die liturgische Farbe des Gründonnerstags, dieser Farbkanon gilt jedoch erst seit dem 16. Jahrhundert. Da die Liturgie in vielen Ländern zur Bezeichnung „Weißer Donnerstag“ geführt hat, ist es denkbar, dass im deutschen Sprachraum früher zumindest teilweise Grün die liturgische Farbe des Festtags war.
  • Theorie 3: Bereits im 14. Jahrhundert wurden am Gründonnerstag besonders grüne Gemüse und Kräuter gegessen. Einerseits wegen der Fastenzeit, andererseits um damit die Kraft des Frühlings für das ganze Jahr aufzunehmen.
  • Theorie 4: Auch die Herleitung durch das Wort „Greinen“ ist denkbar. „Greinen“ meint so viel wie „lachend, winselnd, weinend den Mund verziehen“ und beschreibt damit den Ausdruck der Büßer am Gründonnerstag. Allerdings ist der Festtag seit dem 4. Jahrhundert ein Freudentag, kein Klagetag, was dieser Theorie etwas entgegensteht.

Traditionelles Essen an Gründonnerstag

In vielen Regionen ist es üblich, an Gründonnerstag etwas Grünes zu essen. In Österreich gibt es beispielsweise häufig Spinat mit Spiegelei.

Auch Kräutersuppen sind sehr beliebt an Gründonnerstag, ebenso wie Gerichte mit Grünkohl, Brokkoli oder Salate. Spezielle Rezepte gibt es nicht zu beachten. Mit den grünen Lebensmitteln soll vor allem der Frühling gefeiert und der Körper gereinigt und geheilt werden.

Kirchenrechtlich ist Gründonnerstag kein strenger Fastentag, Fleisch steht üblicherweise dennoch nicht auf dem Speiseplan.

In manchen Gemeinden wird nach der Messe an einem anderen Ort gemeinsam gegessen (Freundschaftsmahl). Dabei werden häufig ungesäuerte Brote sowie Wein und Traubensaft aufgetischt. Traditionell werden die Brote miteinander geteilt.

Besondere Bräuche zu Gründonnerstag

Im Laufe der Zeit entwickelten sich viele verschiedene Bräuche zum Gründonnerstag.

In der katholischen Kirche werden ab Gründonnerstag (bis Karsamstag) feierliche Karmetten gefeiert, die heiligen Öle werden geweiht und vielerorts erneuern Priester und Diakone ihre Weiheversprechen.

Am Abend wird in der Messe das letzte Abendmahl gefeiert, meist beginnt dies zwischen 16 und 20 Uhr. Dabei läuten zum letzten Mal bis zur Osternacht die Kirchenglocken.

Weil Jesus laut Johannesevangelium seinen Jüngern beim Abendmahl die Füße wusch, wird dieser Brauch an Gründonnerstag oft auch in den Gemeinden durchgeführt. Der Priester wäscht dabei den Gläubigen die Füße.

Nach dem Gottesdient werden Decken und Schmuck vom Altar entfernt, um einerseits Trauer auszudrücken und andererseits an die Überlieferung zu erinnern, nach der Jesus die Kleider vom Leib gerissen wurden. In Anlehnung an die Nachtwache der Jünger wird in vielen Gemeinden eine Gebetswache gehalten („Ölbergstunde“).

Die verstummten Kirchenglocken werden in manchen Gemeinden durch Rasseln, Ratschen und Klappern ersetzt, mit denen Menschen durch die Straßen ziehen.

Auch andere Bräuche zum Gründonnerstag, abseits der christlichen Tradition, haben sich über viele Jahre entwickelt. Mancherorts werden beispielsweise schon am Gründonnerstag die Ostereier versteckt und gesucht. In der Oberlausitz ziehen Kinder am Gründonnerstag von Haus zu Haus, um mit einem Spruch Süßigkeiten zu sammeln – ähnlich wie am Dreikönigstag, an Karneval oder an Halloween in anderen Gegenden.

In Thüringen hat beispielsweise die Gründonnerstags-Brezel Tradition. Die süßen Brezeln sollte man essen, damit einem keine Eselsohren wachsen. Woher der Brauch kommt, ist aber nicht geklärt. In der Schule wurde die Brezel früher oft an einer Schnur um den Hals getragen und während des Unterrichts verspeist.

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