Die Start-ups im Land vernetzen sich immer mehr und wollen das Interesse großer Investoren wecken – eine Art „Start-up-Länd“. Das könnte klappen, meint Daniel Gräfe.
Stuttgart - Es tut sich etwas bei den Start-ups im Land. Vor allem die Vernetzung in und zwischen den Hochschulen und Universitäten wächst seit Jahren stark. Immer mehr Ausgründungen lassen auch über die Landesgrenzen hinaus aufhorchen. Dass immer mehr Absolventen nicht bei Bosch oder Daimler anheuern, sondern eigene Geschäftsideen verwirklichen, ist auch ein gutes Zeichen. Der Gründermotor, der die Kräfte von Wissenschaft und Wirtschaft bündeln möchte, schnurrt.
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Doch es gibt noch grundsätzliche Probleme: Für die ganz großen Erfolgsgeschichten fehlt den Start-ups oft noch immer das Wagniskapital. Wohl auch deshalb liegt die Mitarbeiterzahl im Südwesten deutlich unter dem Bundesschnitt. Zudem mangelt es an Internationalität und einem höheren Anteil von Frauen. Diversität aber ist ein wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg.
Den Mitarbeitermix können und müssen die Start-ups selbst angehen. Die Gründermotor-Plattform wiederum könnte bei der Suche nach Großinvestoren einen großen Beitrag für mehr Sichtbarkeit leisten. Baden-Württemberg geht hier einen eigenen Weg und wirbt mit der Vielzahl der Gründungen in der Fläche, also jenseits der Zentren. Man will eine Art „The Länd“ für Start-ups sein, um es mit dem aktuellen Claim zu sagen.
Gründerplattform könnte ein „Start-up-Länd“ sein
Ob das Start-up-Länd die Strahlkraft von Berlin und München erreicht, ist offen. Aber es ist ein wichtiger Versuch. Wenn er klappt, wenn es weitere Erfolgsgeschichten in der Größe eines Curevac gibt, könnten sie auf viele andere Gründer abstrahlen und sie sichtbar machen.
Viele Start-ups im Land führen noch ein Schattendasein, auch weil sie sich oft auf Geschäftskunden statt auf den Verbraucher konzentrieren und weniger spektakulär daherkommen. Ins rechte Licht gerückt, bekommen sie auch mehr Investoren zu Gesicht. Der Zeitpunkt ist günstig: Das Kapital ist da, viele Investoren suchen nach Beteiligungen. All das sind Gründe, dass der Südwesten in Zukunft mehr glänzen könnte.