Wo leben Hunde in Deutschland am glücklichsten? Laut Dog Wellbeing Index liegt Stuttgart vergleichsweise hinten. Der Tierschutzverein Stuttgart kann das nur teilweise nachvollziehen.
Welche Städte sind besonders hundefreundlich? Dieser Frage widmete sich auch in diesem Jahr wieder der Dog Wellbeing Index von Coway Europe, einem Unternehmen für Luftfilter. Für die Analyse wurden in 25 deutschen Städten Grünanlagen, die Luftqualität, Hundeschulen, Hundepflege-Angebote, Pensionen, Tierärzte und die Anzahl der Hunde pro Einwohner unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse wurden anschließend mit einem standardisierten Bewertungssystems ausgewertet.
Hannover ist demnach die Stadt mit der höchsten Lebensqualität für Hunde und erreicht im Ranking 55,1 von 70 möglichen Punkten (maximal 10 pro Kategorie). Die Stadt vereint laut Index eine hohe Hundedichte mit einer hervorragend ausgebauten Infrastruktur, was sie zu einem idealen Ort für Hunde und ihre Halter macht. Ebenfalls gut geht es den Vierbeinern in Duisburg (2. Platz) und Hamburg (3. Platz). Am wenigsten glücklich leben Hunde in Nürnberg.
Mit rund 20 Punkten liegt Stuttgart gerade einmal auf dem 22. Platz. Zwar punktet die Stadt bei der Auswahl an Grünanlagen, und auch die Luftqualität fällt trotz Feinstaub nicht allzu schlecht aus. In den Kategorien Hundeschulen, Hundepflege-Angebote, Pensionen, Tierärzte und Hundedichte schneidet Stuttgart jedoch vergleichsweise schlecht ab.
Doch wie steht es wirklich um das Leben der Stuttgarter Vierbeiner? Dass die Stadt auf dem viertletzten Platz gelandet ist, kann Petra Veiel, Pressesprecherin des Tierschutzvereins Stuttgart und Umgebung, nicht nachvollziehen: „Stuttgart ist eine tolle Stadt, die für Hunde viel zu bieten hat.“ Insbesondere viele Grünanlagen, die im Ranking im Gegensatz zu den anderen Parametern viele Punkte erhielten. Ob im Bopser- oder Kräherwald – Wald- und Wiesenflächen gibt es für den bekanntlich besten Freund des Menschen genug. Dennoch sieht Petra Veiel beim Thema Auslauf Verbesserungsbedarf. Es fehle an eingezäunten Auslaufflächen, auf denen die Hundehalter ihre Vierbeiner ohne Leine laufen lassen können, idealerweise in jedem Stadtteil. Insbesondere im Kessel gebe es zu wenig Platz für zu viele Hunde. Die Folge: Viele Hundehalter würden sich egoistisch verhalten: „Da prallen auf engem Raum einfach zu viele Wünsche aufeinander.“
Da sich tendenziell mehr Hunde um den Platz auf dem Bordstein streiten müssen als umgekehrt, kann Petra Veiel die niedrige Punktzahl in Sachen vierbeinige Spielkameraden nicht nachvollziehen. Laut der Sprecherin gibt es viele Hundebesitzer mit mehr als einem Hund. Auch zum Tierarztangebot hat Petra Veiel eine andere Wahrnehmung: „Wer in den Gelben Seiten nachschaut, sieht, dass es viele Tierärzte gibt.“ Die Auswahl sei außerdem in jedem Stadtteil groß, zudem gebe es eine Tierklinik in Stuttgart – die Vierbeiner seien also bestens versorgt.
Hundesalons und Hundepensionen schneiden im Ranking schlecht ab
Das Angebot an Stuttgarter Hundepensionen hat im Ranking ebenfalls nicht gut abgeschnitten. Das kann Petra Veiel nachvollziehen: In Stuttgart gibt es nur wenige qualitativ hochwertige Pensionen, die Unterbringung ist oft kostspielig. „Hundepensionen sind Mangelware“, erklärt sie. Deshalb rät Petra Veiel Hundebesitzern, die Pensionen vorher vor Ort zu besichtigen, den Hund für ein bis zwei Probetage in der Einrichtung zu lassen und wichtige Angelegenheiten – etwa die Haftpflichtversicherung – vorab zu klären.
Wenig Hundepensionen, dafür mehr Angebote in Sachen Hundepflege. Auch hier gibt es laut Petra Veiel jedoch große Qualitätsunterschiede, weshalb sie die niedrige Punktzahl im Ranking nachvollziehen kann. Die Pressesprecherin rät deshalb, beim Besuch eines Hundesalons unbedingt auf Zertifikate zu achten. Für eine Hundefrise fallen in der Regel rund 60 bis 100 Euro an.
Bei der Suche nach einer geeigneten Hundeschule rät Petra Veiel ebenfalls, sich genau zu informieren, denn auch dort gebe es große Unterschiede. „Man sollte auf sein Bauchgefühl hören und eine Schnupperstunde nehmen“, empfiehlt sie. Angebote gibt es in der schwäbischen Landeshauptstadt aber genügend, weshalb die sie die wenigen Punkte in dieser Kategorie auch nicht so ganz nachvollziehen kann.