Die Satellitenaufnahme des EnBW-Areals im Stuttgarter Osten ist schon etwas älter, zeigt aber die bestehenden Gebäudestrukturen noch ganz gut. Foto: Google Earth

Das Großprojekt auf dem ehemaligen EnBW-Betriebsgelände an der Hackstraße ist neu strukturiert worden, die Vorbereitungen für den Bebauungsplan laufen auf Hochtouren. Auch neue Formen des Dialogs mit den Bürgern sind geplant.

S-Ost - Seit der Entscheidung über den städtebaulichen Wettbewerb für das EnBW-Areal an der Hackstraße ist es ruhig um das Großprojekt mit geplanten mehreren hundert Wohnungen geworden. Die Coronapandemie verhinderte die für März geplante Bürgerwerkstatt und sorgte dafür, dass Vieles neu gedacht und organisiert werden musste. Trotz der Krise ist aber eine ganze Menge passiert.

Die Verantwortlichen

Das Projekt „Der neue Stöckach“ ist von der EnBW neu sortiert worden. Projektverantwortliche sind jetzt Stefanie von Andrian und Marco Geis. Stefanie von Andrian ist gebürtige Rheinländerin, Maschinenbauingenieurin, schon seit vielen Jahren bei der EnBW und leitet den Bereich „Urbane Infrastruktur“. Marco Geis ist Bauingenieur und verantwortet als Projektentwickler die großen Immobilienprojekte der EnBW. Für den Beteiligungsprozess wurde Kristina Oldenburg mit ihrem in Offenbach ansässigen Büro Kokonsult engagiert. Sie hat die Bürger-Werkstätten jetzt auch digital weiterentwickelt, inklusive einer „Bürgerbeteiligung to Go“.

Die Stadtgespräche

Um den Austausch mit den Bürgern zu intensivieren, ist eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Stadtgespräch Stöckach“ entstanden. Dabei soll in drei Diskussionsrunden der Siegerentwurf des Büros tong+ „unter sozio-kulturellen, ökologischen und ökologischen Aspekten“ diskutiert werden. Das erste Stadtgespräch ist für Donnerstag, 25. Juni, geplant. Dann wird es um den „ökologischen Fußabdruck des Bauens und Wohnens“ gehen. Im zweiten Gespräch am 15. Juli stehen die sozio-kulturellen Aspekte und „auf den Menschen ausgerichtete Städte“ im Mittelpunkt. Der dritte Termin mit dem Untertitel „Rendite vs. Nachhaltigkeit“ steht noch nicht fest. Die Online-Veranstaltungen werden von dem Fernsehmoderator Thomas Bade geleitet.

Der Rahmenplan

Seit der Entscheidung im städtebaulichen Wettbewerb im Dezember 2019 wird der Siegerentwurf des Büros tong+ an manchen Stellen verfeinert, an anderen überarbeitet. Das nächste Ziel ist ein Rahmenplan für das Areal, an dem seit Wochen intensiv gearbeitet wird. Dieser Rahmenplan wird die Grundlage für den neuen Bebauungsplan und dann auch für den Baubeschluss bilden. Zweck des Plans ist es, bereits im Vorfeld des Bebauungsplan-verfahrens möglichst viele potenzielle Konflikte und Probleme auszuräumen. Deswegen wurden laut Marco Geis auch bereits rund 20 Gutachten in Auftrag gegeben – vom Artenschutz über den Klimaschutz bis hin zur Untersuchung der Gebäudesubstanz und Analysen für ein Rückbaukonzept, um beim Abriss möglichst wenig Lärm und Staub zu erzeugen. Ein neuer Bebauungsplan für das Areal ist erforderlich, weil es bisher lediglich als Gewerbefläche ausgewiesen ist, ein Wohnungsbau dort also nicht möglich wäre.

Der Zeitplan

Die EnBW hat sich seit Beginn des Projekts „Der neue Stöckach“ einen ambitionierten Zeitplan auferlegt. Das begann schon mit dem städtebaulichen Wettbewerb, der auch im geplanten Zeitrahmen abgeschlossen wurde. Welche Auswirkungen die Coronakrise auf die zeitlichen Abläufe haben wird, kann zurzeit noch niemand einschätzen. Marco Geis sagt: „Wir halten uns nach wie vor an den Zeitplan.“ Das bedeutet, der Abriss der ersten Gebäude soll Mitte 2021 beginnen, der Bebauungsplan soll ein Jahr später, also Mitte 2022 beschlossen werden. Für 2022 wird auch nach wie vor der eigentliche Baubeginn angestrebt. Bis zur Internationalen Bau-Ausstellung 2027 soll schon Vieles auf dem Areal fertig sein und gezeigt werden können.

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