Seit Jahren plant der Verein der Jugendfarm in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) einen Neubau. Nun ist die Umsetzung des teuren Bauvorhabens endlich in greifbarer Nähe.
Für den Verein der Jugendfarm (Jufa) in Kornwestheim muss es sich wie frühe Weihnachtsgeschenke angefühlt haben. Seit Jahren werben die Mitglieder um Spenden für einen dringend benötigten Neubau. Mit der Zusage von zwei Stiftungen hat das Warten nun ein Ende. Schon in wenigen Monaten soll auf dem Gelände am Moldengraben gebaut werden.
Vor allem jetzt in der kälteren Zeit brauchen die Kinder und Mitarbeiter auf dem Gelände einen Unterschlupf. Die mehr als 40 Jahre alten Container, die ehemals der Hafenkantine in Stuttgart dienten und gebraucht im Jahr 2000 in Kornwestheim wieder aufgebaut wurden, sind in einem schlechten Zustand. „Es ist erstaunlich, dass sie noch dicht sind“, meint Michael Schmid, der langjährige Vorsitzende des Jufa-Vereins.
Bemühungen seit zehn Jahren
Mehr Positives lässt sich über die vier maroden Containermodule allerdings kaum sagen. Die Elektrik bereitet Probleme, die Heizung fällt manchmal aus und die Räumlichkeiten sind zu beengt. Auch der Sanitärcontainer wird den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht.
Dass die Jugendfarm ein solides Gebäude braucht, war dem Verein bereits vor zehn Jahren klar. Damals begannen die Mitglieder, mit Konzerten und anderen Veranstaltungen Geld zu sammeln. Auch Spenden, unter anderem von den Kornwestheimer Lions, wurden entgegengenommen. So sind im Lauf der Jahre rund 65.000 Euro zusammengekommen.
Bewegung kam allerdings erst in das Neubauprojekt, als die Stadt Kornwestheim das frühere Schullandheim Vogelhof veräußerte und den Erlös von 225.000 Euro dem Verein der Jugendfarm zusprach. Trotzdem scheiterte ein erster Entwurf an den Finanzen. Selbst die abgespeckte, eingeschossige Variante mit rund 130 Quadratmetern wird auf rund eine halbe Million Euro beziffert.
Förderzusagen sind nun da
Um wenigstens diese kleinere Lösung umsetzen zu können, stellte der Verein Förderantrage, erklärt Jaqueline Hennig, die derzeitige Erste Vorsitzende. Die Deutsche Fernsehlotterie hat nun einen Zuschuss in Höhe von 170.000 Euro zugesagt. Von der Wüstenrot-Stiftung kommen 50.000 Euro. Zusammen mit den rund 3000 Euro, die in jüngster Zeit über eine Internetplattform gesammelt wurden, und Eigenleistungen ist die Finanzierung jetzt gesichert. Für die Einrichtung werden jedoch noch Spenden gebraucht.
Im kommenden Frühjahr beginnt das Großprojekt. Die Container werden im April versetzt, weil an ihrer Stelle der Neubau entsteht. Anfang bis Mitte Mai soll der Spatenstich stattfinden, im Oktober Richtfest gefeiert werden. Bis zum Jahresende 2026 soll der Rohbau inklusive Dach stehen, bis Herbst 2027 schließlich der Innenausbau fertig sein.