Beschlossen ist aktuell nur der erste Bauabschnitt für den neuen Campus. Im Jahr 2025 könnten die vier Bauwerke, so die aktuellen Planungen, fertig sein. Foto: StZ

Der Umzug der Hochschule in die Neue Weststadt kommt wegen erheblicher Kostensteigerungen zwar noch einmal auf den Prüfstand. Aktuell plant das Finanzministerium aber, die Baugrube noch im laufenden Jahr ausheben zu lassen.

Esslingen - Zu den ganz großen Zukunftsprojekten in Esslingen gehört der Umzug der Hochschule von der Flandernhöhe in die Neue Weststadt. Im Oktober 2016 war das Nürnberger Büro Bär Stadelmann Stöcker Architekten als Sieger aus dem Planungswettbewerb hervorgegangen. Nachdem es um das Projekt in der Öffentlichkeit eine Zeit lang relativ ruhig geworden war, gab es zuletzt Gerüchte in der Stadt, dass der Umzug eventuell noch an unerwartet hohen Baukosten scheitern könnte.

Die Antworten, die man aus dem Finanzministerium in Stuttgart auf Nachfrage zu diesem Szenario erhält, lassen – vorsichtig ausgedrückt – Spielraum für Interpretationen. Von massiven Kostensteigerungen könne keine Rede sein, heißt es da zwar. Allerdings sei es richtig, dass man 2016 von einem „vorläufigen und groben Kostenrahmen von rund 130 Millionen Euro“ ausgegangen sei.

Die Kosten betragen 146 Millionen Euro – plus X

Mittlerweile seien im Zuge der konkreteren Planungen „146 Millionen Euro Gesamtkosten“ für den Neubau in der Weststadt vorgesehen. Weiter heißt es: „Dazu kommt noch eine sogenannte Risikovorsorge für mögliche Baupreissteigerungen und potenziell eintretende Risiken bei der Umsetzung des Bauvorhabens.“ Eine konkrete Summe hierfür nennt das Finanzministerium allerdings nicht.

Die Frage, ob diese Preissteigerung einen zeitlichen Einfluss auf die Baupläne hat oder ob das Projekt sogar noch einmal grundsätzlich überdacht werde, wird eher ausweichend beantwortet: Bei der Planung von Bauvorhaben des Landes gehe es stets darum, „eine nachhaltige und wirtschaftliche Umsetzung der Maßnahmen zu erzielen. So ist das auch in diesem Fall. Grundsätzlich werden im Vorfeld einer Etatisierung Möglichkeiten, eine Planung zu optimieren, untersucht und – wo möglich – eingearbeitet.“ Das gelte für die Hochschule Esslingen wie für andere Bauvorhaben auch.

Baugrube könnte noch dieses Jahr ausgehoben werden

Es gibt aber auch positive Signale aus Stuttgart: Nach heutigem Stand sei die Fertigstellung und die Übergabe der Hochschule Esslingen „im Lauf des Jahres 2025“ vorgesehen, heißt es in der Stellungnahme. Die gesamte Baumaßnahme gliedere sich in zwei Ausführungsphasen. Sollte die Stadt Esslingen demnächst die Baugenehmigung erteilen, könnten zeitnah sogenannte vorbereitende Maßnahmen durchgeführt werden. Dazu gehöre insbesondere die Herstellung der Baugrube. Das könne noch Mitte oder Ende dieses Jahres geschehen. In einer zweiten Phase stünde dann der Bau von vier Baukörpern – einschließlich der Außenanlagen – auf dem Programm. Baubeginn hier sei voraussichtlich Mitte 2021.

Die Baugenehmigung, so ist zu hören, könnte die Stadt bereits in wenigen Wochen, voraussichtlich noch im Februar, erteilen. Zuletzt hatte es offenbar noch unterschiedliche Auffassungen über die für den Neubau notwendigen, bekanntermaßen kostspieligen Brandschutzmaßnahmen gegeben. Mittlerweile sei man sich aber auch in diesem Punkt deutlich nähergekommen. Bereits zum Jahresende 2019 hat die Stadt das rund 2,5 Hektar große Gelände zwischen den Stadtwerken im Norden, den Bahngleisen im Süden und der Schlachthausstraße im Osten altlastenfrei an das Land übergeben.

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