Raci (links) und Sertac Dede vor ihrer Tankstelle Foto: Peter Petsch

Die Stadt will die Tankstelle am Großmarkt durch Automaten ersetzen. Der Protest dagegen geht weiter. Die bisherigen Betreiber haben jetzt Hunderte Unterschriften gesammelt.

Stuttgart - Das Aus für die Tankstelle an der Zufahrt zum Stuttgarter Großmarkt schlägt weiter Wellen. Die Betreiberfamilie Dede, die nach 25 Jahren Ende Januar aufhören muss, sammelt jetzt Unterschriften gegen die Kündigung durch die Stadt. Mehrere Hundert sind bereits zusammengekommen.

„Wir haben Listen ausgelegt, die sich rasch füllen“, sagt Juniorchef Sertac Dede. Hautsächlich Händler und Kunden des Großmarkts drückten dort ihren Protest gegen die Schließung des Familienbetriebs aus. Noch in den nächsten Tagen will Dede den Verantwortlichen bei der Stadt die Listen übergeben. Er rechnet nach eigenen Angaben mit 800 bis 1000 Unterschriften.

Die Stadt hatte die Tankstelle neu ausgeschrieben. Die bisherigen Betreiber, denen zwar die Gebäude, nicht aber der Grund gehören, waren dabei nicht mehr zum Zug gekommen. Und das obwohl sie einen kostspieligen Umbau hin zu einer ökologischen Vorzeigetankstelle mit Solardach, Gas- und Stromzapfsäulen angeboten hatten. Stattdessen setzt die Stadt künftig auf eine Automatentankstelle ohne Personal, Werkstatt und Shop direkt neben den heutigen Gebäuden. Laut Angaben der Marktgesellschaft braucht sie weniger Platz und ist rund um die Uhr geöffnet. Die bisherigen Betreiber hätten bei der Ausschreibung eine faire Chance gehabt, heißt es dort.

Das bestreitet nicht nur die Betreiberfamilie. Die Entscheidung der Stadt hat auf dem Großmarkt und in dessen Umgebung für Empörung gesorgt. Viele Kunden bezeichnen den Wechsel offen als „Sauerei“. Deshalb tut sich Sertac Dede mit seiner Unterschriftensammlung nicht gerade schwer. Ob sie indes noch etwas ändert, ist fraglich: Von Februar an ist die Firma Avia neuer Partner der Stadtverwaltung. Die alte Tankstelle soll dann auf Kosten der Marktgesellschaft abgerissen werden.

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