Die einstige Lagerhalle ist nach dem Einsturz der Decke ein Trümmerberg. Foto: Stoppel

Zwei Tage nach dem Brand im Waiblinger Gewerbegebiet Eisental gibt es noch keine Hinweise darauf, wie das Feuer entstanden ist. Die Polizei erläutert, wieso die Ermittlungen schwierig und langwierig sind.

Waiblingen - Ein Haufen rußgeschwärzter Schrott ist übrig geblieben von der am Mittwochvormittag in Brand geratenen Lagerhalle des Abfallentsorgers Alba in Waiblingen. Dort waren nach Angaben der Firma in einem rund 2500 Quadratmeter großen Teilbereich rund 100 Tonnen PET-Flaschen und Folien in Brand geraten. Wegen des Feuers war die Decke der Halle nach einiger Zeit eingestürzt, die Feuerwehr hatte das Gebäude schließlich kon­trolliert abbrennen lassen.

„Je höher der Zerstörungsgrad, desto schwieriger sind die Ermittlungen. Mit einem schnellen Ergebnis ist nicht zu rechnen“, dämpft Holger Bienert vom zuständigen Polizeipräsidium Aalen die Erwartungen auf eine rasche Antwort zur Brandursache. Es seien Sachverständige vom Landeskriminalamt und der Versicherung eingeschaltet, aber die Untersuchungen könnten sich in solchen Fällen über Wochen oder gar Monate hinziehen.

Alba: Der Betrieb läuft wieder

„Der Betrieb läuft wieder, für die Kunden ändert sich durch den Brand nichts“, versicherte am Freitag Henning Krumrey, der Leiter der Unternehmenskommunikation der Alba Group. Der Abfall von Privathaushalten und von gewerblichen Kunden werde wie gewohnt abgefahren, nur werde der Müll nun eben teilweise zu anderen Standorten gebracht. Über die Ursache des Brandes gebe es bisher keine weiteren Erkenntnisse, ebenso wenig über die Höhe des beim Feuer entstandenen Schadens.

Derzeit sei ein Gutachter vor Ort, am Montag werde sich dann die Versicherung ein Bild vom Schaden machen. Erst im Anschluss daran könne man weitere Schritte unternehmen. Eine Sache sei allerdings schon angeleiert: „Die Aufträge an die Firma, die den Abriss und das Abtragen der Trümmer übernimmt, sind schon erteilt.“ In naher Zukunft soll laut Krumrey an gleicher Stelle eine neue Halle errichtet werden, in der das angelieferte Material vorsortiert und gepresst wird.

Nur vereinzelte Rückfragen der Bürger

Oliver Conradt, der Leiter der Abteilung Ordnungswesen, ist vonseiten der Stadt Waiblingen der Ansprechpartner für Bürger, die Fragen zu den Folgen des Brandes haben. „Es gab bisher nur vereinzelte Anrufe, zum Beispiel wegen Rußspuren auf Autos oder dem Umgang mit Lebensmitteln“, sagt Conradt. Für direkt betroffene Anwohner sei ohnehin deren Versicherung zuständig. „Bei uns läuft schon wieder der ganz normale Geschäftsbetrieb.“ Zu gegebener Zeit werde dann noch die Kehrmaschine ausrücken und die letzten Spuren beseitigen. Auch die Feuerwehr Waiblingen mit ihren rund 330 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männern ist derweil beschäftigt, ihre Gerätschaften und die Einsatzkleidung zu reinigen. Fast 200 Kräfte waren beim Löschen des Brand aktiv gewesen.

Erst vor rund drei Jahren hatte an anderer Stelle im Rems-Murr-Kreis in einer Müllsortieranlage ein ähnlich verheerendes Feuer gewütet. Das Gebäude der Firma Veolia in Backnang, in dem unter anderem Material aus Gelben Säcken gelagert wurde, brannte nahezu völlig nieder. Eine stinkende, 70 bis 100 Meter hohe Rauchsäule war bis in den Nachbarkreis Ludwigsburg zu sehen. Auch in diesem Fall waren die Anwohner zunächst aufgefordert worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Nach Einschätzung der Polizei und der Feuerwehr waren aber keine größeren Umweltschäden entstanden. Die Polizei schätzte den Schaden auf etwa eine Million Euro und gab bekannt, es hätten sich „keine Hinweise auf eine Fremdverursachung“ des Brandes ergeben. Auch eine technische Ursache gelte als „eher unwahrscheinlich“. Derlei Brände in Müllanlagen seien nicht ungewöhnlich, so die Polizei damals.

  
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