Der neue Sprinter wird auch in einem US-Werk produziert. Foto: Daimler

Telsa-Chef Elon Musk lobt auf Twitter den Transporter Sprinter von Mercedes-Benz, den es im nächsten Jahr auch als Elektroauto geben wird. E-Auto-Pionier Musk liebäugelt mit einer Zusammenarbeit. Daimler hält sich noch bedeckt.

Stuttgart - Tesla-Chef Elon Musk hat Interesse an einer Zusammenarbeit mit Daimler bei dessen geplanter Elektroversion des Transporters Mercedes-Benz Sprinter bekundet. „Vielleicht interessiert, mit Daimler/Mercedes an einem E-Sprinter zu arbeiten“, twitterte Musk. „Das ist ein großartiger Van. Wir werden das untersuchen.“ Damit reagierte der Tesla-Chef auf die Frage eines Twitter-Nutzers nach einem elektrisch angetriebenen Lieferwagen.

Tesla-Kunden bedauern, dass es keinen Transporter gibt

Auslöser war der Tweet eines Tesla-Kunden, der Musk von seinen Erfahrungen mit dem Technikservice von Tesla berichtete. Dieser war mit einem Transporter – mit Verbrennungsmotor – zu ihm nach Hause gekommen, um sein Fahrzeug zu reparieren, das einen platten Reifen hatte. Ein anderer Nutzer kommentierte daraufhin, es sei schade, dass es keinen Tesla-Transporter gebe.

Musk erwiderte auf Twitter, dass Tesla derzeit zu viele Projekte auf der Agenda habe. Es gebe daher zwei Optionen: Entweder man bekomme einen Transporter ohne Batterie, den Antriebsstrang und die Software von Daimler und könne so schneller in Kooperation einen elektrischen Sprinter produzieren oder man mache alles allein und könne erst später mit einem Transporter starten. Tesla fährt derzeit gerade die Produktion des Model 3 hoch, mit dem die Kalifornier in den Massenmarkt einsteigen und endlich auch die Gewinnzone erreichen wollen. Zudem hat Musk für das nächste Jahr die Einführung eines Elektro-Lkw angekündigt. Auch ein Pick-up ist in Planung. Tesla antwortete auf eine Anfrage zum Musk-Tweet zunächst nicht. Auch ein Daimler-Sprecher wollte sich nicht näher zu diesem Thema äußern.

Der Online-Händler Amazon ist weltweit der größte Sprinter-Kunde

Auf Twitter zeigte sich der Stuttgarter Autokonzern indes erfreut über das Lob des kalifornischen Elektroauto-Pioniers. „Danke für die Blumen! Und ja, es ist ein großartiger Van...“, hieß es dort. Daimler hat im Februar die jüngste Generation der Sprinter-Reihe auf den Markt gebracht. Für nächstes Jahr sind E-Versionen geplant, die nach dem bisherigen Stand im Werk Düsseldorf produziert werden, wo auch die Transporter mit Verbrenner hergestellt werden.

Ein Daimler-Sprecher wollte jedoch nicht ausschließen, dass auch an einem weiteren Standort Elektro-Sprinter produziert werden könnten. Nachdem der Sprinter auf dem US-Markt zunehmend gefragt ist, hat der Stuttgarter Konzern im September dort ein Werk in North Charleston im US-Bundesstaat South Carolina eröffnet. Damit kann der Autokonzern erhebliche Importsteuern sparen. Zugleich konnte das Unternehmen einen Großauftrag an Land ziehen. Der Online-Händler Amazon bestellte 20 000 Transporter bei Daimler und wurde damit zum weltweit größten Sprinter-Kunden.

Zetsche hat eine Kooperation in der Zukunft nicht ausgeschlossen

Der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte jüngst eine erneute Zusammenarbeit mit Tesla nicht ausgeschlossen. Der polnischen Tageszeitung „Rzeczpospolita“ hatte Zetsche Ende Oktober gesagt, er habe den Verkauf von Tesla-Aktien vor vier Jahren nie bereut. Das schließe aber eine Kooperation in der Zukunft nicht aus. Daimler hatte 2009 schon einmal eine Beteiligung an dem jungen kalifornischen Unternehmen erworben. Tesla lieferte damals Lithium-Ionen-Batterien für die Stromvarianten der Daimler-Kleinwagenmarke Smart. 2014 verkaufte der Stuttgarter Autokonzern seinen vierprozentigen Anteil an Tesla mit einem erheblichem Gewinn für 780 Millionen Dollar.

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