Beim symbolischen Spatenstich für den Leonberger Bildungscampus Ezach packen nicht nur der Oberbürgermeister und Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats mit an. 16,7 Millionen Euro kostet das Projekt.
„Wer will fleißige Handwerker sehen?“, sangen die Kindergartenkinder zum Beginn des offiziellen Teils. Die Antwort auf die Frage kannten wohl fast alle Anwesenden beim Spatenstich zum Bildungscampus Ezach am Dienstagnachmittag. Sie lautet: Natürlich wollen alle fleißige Handwerker sehen. Sie sollten, wenn möglich, schnell und sauber arbeiten – und gleichzeitig das ganze Projekt nicht noch teurer machen, als es sowieso schon ist. 16,7 Millionen Euro kostet das Projekt, rund vier Millionen Euro mehr als ursprünglich dafür veranschlagt waren.
Cohn wünscht sich einen sicheren, unfallfreien Verlauf
„Es ist eines der größeren Projekte in Leonberg“, betonte Oberbürgermeister Martin Georg Cohn in seiner kurzen Ansprache. 25 Millionen Euro für das neue Rathaus, 15 Millionen für die Sanierung des Leobads – „und jetzt der Bildungscampus Ezach“, für den er sich nach dem Spatenstich „einen sicheren, unfallfreien Verlauf“ wünsche. Lob erging zudem an Kindergartenkinder und Kita-Mitarbeitende, die sich nun schon eine ganze Zeit lang mit Container-Provisorien arrangieren müssen.
Mit dem Bau investiert Leonberg in die Bildung. Die Sophie-Scholl-Schule in der Wiesensteiger Straße bekommt eine Mensa, in der rund 160 Essen pro Tag in zwei Schichten ausgegeben werden sollen. Die Mensa ist Teil des künftigen Bildungscampus Ezach. Ein weiterer ist eine Kindertageseinrichtung, in der auf zwei Etagen etwa 150 Kinder betreut werden können – aufgeteilt in zwei Krippengruppen für unter Dreijährige, vier Ganztagsgruppen und zwei Gruppen mit Regelbetreuungszeiten. In den Räumen über der Mensa werden später zudem die Schulkinder bereut. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2026 geplant.
Im Juni hatte ein Vertreter der Planer Rede und Antwort stehen müssen
Cohns halbe Ansprache bestand aus den Namen der Anwesenden. So hatten sich neben dem Rathauschef und Baubürgermeister Klaus Brenner zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderats eingefunden, zudem von kirchlichen Kindergartenträgern, von den Gesamtelternbeiräten Kitas und Schulen sowie vom städtischen Amt für Jugend, Familie und Schule. Und auch Jörg Richter vom Stuttgarter Planungsbüro Schlude Ströhle Richter war zugegen und griff schließlich zur Schaufel. Er hatte den Stadträtinnen und -räten dereinst im Juni die Gründe für die horrende Preissteigerung darlegen müssen. Es ging unter anderem um teurere Technikgewerke, problematischen Untergrund, Baukostensteigerungen und zu wenig Platz für Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektronik.
Dass der Bildungscampus Ezach eines der Reizthemen der Leonberger Kommunalpolitik ist, wurde auch nach dem eigentlichen Spatenstich deutlich. Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und SALZ, Ottmar Pfitzenmaier und Frank Albrecht, diskutierten munter darüber, wie es denn nun weitergehen solle – konkret ging es um eine Sport- oder Multifunktionshalle, die an den Rand des Bildungscampus’ gebaut werden könnte.
Über eine mögliche Sporthalle wird munter diskutiert
Der eine, der Sozialdemokrat, sprach sich im Beisein von Baubürgermeister Brenner für eine simple Einfeld-Sporthalle aus. Der andere bevorzugte eine Art Multifunktionshalle mit Stühlelager und Möglichkeit, unter anderem die Quartiersarbeit unterzubringen. Einigkeit herrschte darüber, dass es die Halle eher gestern als heute brauche – und dass man es am Abend in den Haushaltsreden abermals betonen wolle.
Zuvor, das sei erwähnt, war es dann auch tatsächlich zum symbolischen Spatenstich für den Bildungscampus gekommen. Unterstützt von zahlreichen kleinen Helferinnen und Helfern mit ebenso kleinen Schäufelchen machten sich der OB und weitere offizielle Vertreterinnen und Vertreter ans Werk. Und ganz klar, bei den Kindern flog der Dreck eindeutig am höchsten. Hier bewahrheitete sich der zweite Teil des Kinderlieds. „Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss zu uns Kindern geh’n.“