So wurde Oleg Popow weltberühmt: Als freundlicher Clown mit karierter Mütze, roter Fliege und blonder Perücke. Foto: dpa

Der Clown Oleg Popow gehörte zu den Großen der Manege, sein Name wurde in einem Atemzug mit Charlie Rivel oder Grock genannt. Sein Herz schlug bis zuletzt für den Zirkus.

Moskau - Er begeisterte Millionen und war einer der bekanntesten Zirkusartisten: Oleg Popow. Der weltberühmte russische Clown starb am Mittwoch vor dem Fernseher in seinem Hotelzimmer an den Folgen eines Herzstillstands, wie der Direktor des Zirkus in Rostow am Don, Dmitri Resnitschenko der Nachrichtenagentur RIA Nowosti sagte. Popow wurde 86 Jahre alt und war bis zuletzt auf Tournee. „Er klagte nicht über Beschwerden, er schaute gerade Fernsehen“, sagte Resnitschenko. Die Familie Popows wolle, dass er in Deutschland bestattet werde. Dort lebte Popow seit 1991 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Der russische Kulturminister Wladimir Medinski sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Popows Auftritte hätten Generationen von Menschen mit „Freude“ erfüllt, erklärte Medinski.

Popows Markenzeichen waren eine karierte Mütze und die blonde Perücke

Oleg Konstantinowitsch Popow galt als einer der letzten Großen unter den Zirkusartisten. Er verkörperte in der Manege die Figur des „Iwanuschka“, einem Pendant zum deutschen Hans im Glück. Sein Kostüm war weltbekannt: Eine karierte Mütze mit einer blonden Perücke, dazu eine schwarze Samtjacke und eine rote Fliege.

Popow studierte an der Staatsschule für Zirkuskunst in Moskau, nachdem er eine Lehre zum Schlosser abgebrochen hatte. Anfang der 50er-Jahre tingelte er durch die Provinz, eher er es 1955 zum Moskauer Staatszirkus schaffte. Dort schaffte er es als Hauptclown schnell bei den Auslandstourneen zu internationalem Ruhm. Zu seinen schönsten Ehrungen gehört der Goldene Clown, den Oscar der Zirkuswelt erhielt er 1981 in Monte Carlo. In seiner Heimat war er schon 1969 mit dem Titel „Volkskünstler der Sowjetunion“ geehrt worden.

Seit 1991 lebte Popow im fränkischen Egloffstein, reiste aber immer wieder zu Gastauftritten in seine russische Heimat. Selbst im hohen Alter zog es ihn immer wieder in die Manege.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: