Polizei und Feuerwehr waren im Böblinger Herdweg im Einsatz. Foto: SDMG/Dettenmeyer

Am Montagmorgen klagen mehrere Menschen in der Eichendorffschule über Atembeschwerden. Der Verdacht: Reizgas. Es folgt ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei.

Ein Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in der Eichendorffschule in Böblingen hat am Montagmorgen die Stadt in Aufregung versetzt. Um 9.45 Uhr hatten mehrere Personen über Atembeschwerden und Hustenreiz geklagt. Schnell bestand der Verdacht auf Reizgas, um welchen Stoff es sich aber genau handeln könnte, war lange Zeit völlig unklar. Am Mittag berichtete dann die Polizei: „Gemäß den derzeitigen polizeilichen Erkenntnisse handelt es sich bei dem verantwortlichen Stoff um einen Reizstoff, aber nicht um einen Gefahrenstoff.“

 

Bei den Verletzten handelte es sich dem Polizeibericht zufolge um acht Erwachsene, darunter Lehrer und andere Angestellte der Schule, sowie fünf Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren. Sie hätten über leichte Atemwegsbeschwerden und Hustenreiz geklagt. Die Betroffenen wurden vom Rettungsdienst versorgt. Drei der Kinder sowie ein Erwachsener wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

Beim Großeinsatz in der Böblinger Eichendorffschule war große Vorsicht geboten. Foto: Langner

Keine Gefahrenlage für Kinder der Eichendorffschule

Der Vorfall ereignete sich offenbar während einer Pause in einem Kopierraum, in dem sich ausschließlich Kopierer und Laptops befinden. Die Feuerwehr überprüfte das Schulgebäude, allerdings ohne Ergebnis. Auch ein Chemiker von Bosch in Renningen wurde hinzugezogen, der die Art und Quelle des Reizstoffs ermitteln sollte.

Gegen Mittag wurde der Einsatz zurückgefahren, einige der rund 150 Einsatzkräfte konnten aus dem gesperrten Herdweg abrücken. Kreisbrandmeister Martin Amler lobte, die Räumung des Schulgebäudes habe gut funktioniert. Betroffen davon waren rund 350 Menschen. Schülerinnen und Schüler waren von der Feuerwehr und durch die Schulleitung in angrenzenden Gebäuden betreut worden.

Die Kinder durften nach Hause gehen

Die Schulleitung informierte die Eltern. Der Unterricht wurde für den restlichen Tag eingestellt. Die Schülerinnen und Schüler wurden der Polizei zufolge durch ihre Eltern abgeholt beziehungsweise durften selbst nach Hause gehen.

Für die Kinder des benachbarten Kindergartens war der Großeinsatz jedenfalls ein großes Spektakel: Sie beobachteten das Treiben vom Spielplatz aus fasziniert.