Der dringend benötigte Anbau am Wendlinger Feuerwehrhaus ist 2026 der größte Brocken für die Stadt. Foto: kd

Beim Haushaltsentwurf 2026 setzt die Stadt Wendlingen kräftig den Rotstift an. Was ist geplant?

Noch kommt die Stadt Wendlingen ohne Kredite aus – aber nur mit deutlichen Einschnitten. Die vermutlich dickste Überraschung bei der Einbringung des Haushaltsentwurf für 2026 war der vorläufige Verzicht auf den Bau eines Kindergartens im Neubaugebiet Steinriegel, der für ein Jahr auf Eis gelegt wird. „Wir haben alle Positionen hinterfragt und neu bewertet“, sagte Bürgermeister Steffen Weigel in seiner Haushaltsrede.

 

Und die aktuellen Anmeldezahlen sprächen dafür, dass auf eine weitere Kita zunächst verzichtet werden kann: „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir zumindest im Jahr 2026/27 die erforderlichen Plätze mit den vorhandenen Einrichtungen abbilden können“, sagte Weigel. Immerhin eine Million Euro spart die Stadt damit.

Wendlingen spart beim Personal

Auch die erneut gestiegenen Personalkosten – im Ansatz 2026 mit 15,7 Millionen Euro veranschlagt – wurden intensiv auf den Prüfstand gestellt. Allein 113 der insgesamt 260 Personalstellen der Stadtverwaltung sind im pädagogischen Bereich angesiedelt: „Dieser Bereich muss ganz besonders in den Blick genommen werden“, kündigte Weigel an. Deswegen seien die vier neuen Stellen, die die jüngst beschlossene Rückkehr zu den alten Kita-Öffnungszeiten abfangen sollen, mit einem Sperrvermerk versehen – sprich, sie werden nur besetzt, wenn sie auch zweifelsfrei erforderlich sind.

Aber auch andere Bereiche sind betroffen: So wurde die im Laufe des vergangenen Jahres freigewordene Stelle des städtischen Wirtschaftsförderers nicht neu besetzt – seine Aufgaben werden nun von Bürgermeister Weigel, dem ersten Beigeordneten Markus Lämmle sowie Stadtkämmerer Matthias Essig geschultert. Auch die Planungs- und Beratungskosten konnten um rund 30 Prozent reduziert werden, da deutlich mehr Leistungen von städtischem Personal erbracht wurde.

Wofür gibt Wendlingen Geld aus?

Im Ergebnishaushalt rechnet die Stadt mit einem ordentlichen Fehlbetrag von 2,89 Millionen Euro, weswegen im Finanzhaushalt wesentlich vorsichtiger als früher kalkuliert wird. So habe die Stadt ihr Investitionsprogramm von einstmals 12 Millionen Euro pro Jahr inzwischen auf 6 Millionen Euro deutlich reduziert, führte Weigel aus. Der mit Abstand dickste Brocken entfällt dabei im kommenden Jahr auf den aktuell bereits laufenden Anbau am Feuerwehrhaus mit 1,9 Millionen Euro, gefolgt von der neuen Mensa für die Gartenschule mit 668 000 Euro um den Anspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden. Für die sind in der Planung befindliche Sanierung des Schulzentrums am Berg sind für 2026 zunächst 500 000 Euro vorgesehen – das Projekt ist laut Stadtkämmerer Essig allerdings „der rosa Elefant im Raum“: In der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt von 2027 bis 2029 sind für eine Generalsanierung des Schulzentrums insgesamt 15 Millionen Euro veranschlagt. Dazu kommen jeweils drei Millionen Euro für ein Ärztehaus und die Kita im Steinriegel.

Insgesamt zeige der Haushaltsentwurf für 2026 eine sehr große Zurückhaltung, betonte Verwaltungschef Weigel: „Aber die Problematik, dass sich die kommunalen Haushalte nur durch eine Änderung der Finanzbeziehungen zwischen dem Land und den Kommunen konsolidieren lassen, bleibt.“ Wenn das Land zum Beispiel Schulsozialarbeit für wichtig erachtet, sollte es diese Leistung auch dauerhaft finanzieren, gleiches gelte für die Ganztagsgrundschule, den Klimaschutz oder die Flüchtlingsunterbringung, forderte der Wendlinger Bürgermeister. Die Gemeinderatsfraktionen werden in der Januarsitzung zum Haushaltsplan der Stadt Stellung beziehen, eventuelle Anträge werden im Februar verhandelt. Verabschiedet werden soll das städtische Zahlenwerk 2026 in der Märzsitzung des Gemeinderats.