Achtung, genau hinschauen: Otto Waalkes hat berühmte Motive nicht einfach nachgemalt, sondern ein klitzekleines bisschen variiert. Foto: dpa

Vom Ottifanten zum Dalifanten: Der Komiker Otto Waalkes greift Werke aus der Kunstgeschichte auf und schleust sein berühmtes Rüsseltier ein. Zum 70. Geburtstag des Ostfriesen präsentiert das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe jedoch nicht nur Bilder.

Hamburg - Ottifanten schmücken plötzlich Motive von Edward Hopper, Keith Haring oder Paul Gauguin: Eine Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt bis zum 17. Februar 2019 Zeichnungen und Gemälde des Komikers Otto Waalkes. Viele Grafiken und Leinwanddrucke Ottos sind eine Hommage an Werke berühmter Künstler, die er um sein Markenzeichen, die Figur eines Ottifanten, ergänzt. „Die Parodie ist für mich die aufrichtigste Form der Verehrung“, erklärt Waalkes seine Motivation. Insgesamt werden 200 Exponate des Bühnenkünstlers, der im Juli seinen 70. Geburtstag feierte, präsentiert.

„Otto. Die Ausstellung“ war zuvor bereits in Frankfurt am Main zu sehen. Doch die Hamburger Version sei viel größer, zudem werde der Bezug des Künstlers zur Hansestadt gezeigt, betont das dortige Museum. Der Friesenjung aus Emden ist Wahl-Hamburger. 1970 hatte er ein Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg begonnen, doch sein Erfolg als Komiker ließ ihm lange nur wenig Zeit zum Malen. Seit einigen Jahren besinnt sich Waalkes aber wieder auf die bildende Kunst. Dabei entstand etwa das Werk „Dalifant“ nach Bildern des surrealistischen Malers Salvador Dalí.

Am Anfang stand ein Selbstporträt

Nbeen den Gemälden und Zeichnungen bietet die Hamburger Ausstellung auch einen Überblick auf das gesamte Schaffen. Die Besucher können sich Ausschnitte aus den legendären Otto-Shows von 1974 bis 1982 ansehen, Spickzettel für Bühnenauftritte lesen oder Kostüme, Plattencover und Gitarren des Entertainers betrachten. „Ich bin beeindruckt“, sagte der Künstler über die Schau. Und klärte die Ursprünge des Ottifanten auf: „Der Ottifant ist das Resultat eines missglückten Selbstporträts.“

Bei seinen Werken bedient sich Waalkes unterschiedlichster malerischer Techniken - je nachdem, welchen Künstler aus welcher Epoche er sich gerade vornimmt. Oft baut er ein Selbstporträt ein. Als Reiter ist er etwa begleitet von zwei Ottifanten in einem an Max Liebermann angelehnten Werk zu sehen. Als „Wanderer über dem Nebelmeer“ (Caspar David Friedrich) schaut er gemeinsam mit einem Ottifanten ins Weite - die Gitarre in der Hand darf dabei nicht fehlen.

Infos: Die Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ist bis zum 17. Februar 2019 von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr zu sehen. Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Bis 17 Jahre ist der Eintritt frei.

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