Symbolbild Foto: dpa

Deutsche versuchen, verstorbenes Familienmitglied im Flieger mitzunehmen.

London - Wer einen Sarg von Liverpool nach Deutschland überführen will, muss etwa 3400 Euro bezahlen. Das Flugticket eines Billiganbieters kostet nur 47 Euro. Das könnte eine deutsche Familie zu einem filmreifen Täuschungsversuch veranlasst haben.

Manche werden sich in ihrer Meinung bestätigt fühlen, dass Billigfluglinien eine tödliche Erfahrung sein können. Andere werden an die Filmkomödie "Immer Ärger mit Bernie" aus dem Jahr 1989 denken. Darin geben zwei junge Versicherungsangestellte ihren toten Boss als lebend aus und versuchen, die Leiche an Bord eines Flugzeugs zu bringen. Bislang ist ungeklärt, ob die deutschstämmige Familie Jarant/Anusic den Film gesehen hat. Fakt ist, dass sie versuchte, den 91-jährigen Curt Willi Jarant für einen Flug der Linie Easyjet einzuchecken. Ziel: Berlin-Schönefeld. Der Mann war allerdings tot.

Jarant war in Begleitung seiner Frau Gitta, 66, seiner Stieftochter Anke Anusic, 44, und drei Enkelkindern zum Flughafen gekommen. Die Familie hatte ein Großraumtaxi für die Fahrt zum Flughafen gebucht. "Sie sagten mir, dass er alt und gebrechlich und sehr müde sei", berichtete Andrew Millea, ein Mitarbeiter des Flughafens, am Mittwoch. "Ich sollte ihn aus dem Taxi in einen Rollstuhl heben." Er habe sich gleich unbehaglich gefühlt, doch als das eiskalte Gesicht des alten Mannes sein eigenes streifte, habe ihn blankes Entsetzen erfasst: "Ich wusste sofort, dass er tot ist", sagt Millea. Trotzdem schob er den Rollstuhl noch zum Schalter des Fluggesellschaft.

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