Wer macht das Rennen bei der Unterhaus-Wahl in Großbritannien? Ed Miliband (links) oder David Cameron. Foto: EPA

Hochspannung in Großbritannien: Die Briten wählen ein neues Parlament. Ein Machtwechsel in der Downing Street ist nicht ausgeschlossen. Premier Cameron bangt, sein Herausforderer Miliband hofft.

London - Bei der Parlamentswahl in Großbritannien zeichnet sich ein extrem enges Rennen ab. Umfragen sahen bis zuletzt eine Patt-Situation zwischen den konservativen Tories von Premierminister David Cameron und der oppositionellen Labour-Partei von Herausforderer Ed Miliband voraus. In der von Wahlforschern als knappste Wahl seit Jahrzehnten betitelten Abstimmung bestimmen die Bürger die Abgeordneten der insgesamt 650 Wahlkreise.

Cameron, Miliband, Vizepremier Nick Clegg von den Liberaldemokraten und der Rechtspopulist Nigel Farage von der eurokritischen United Kingdom Independence Party (UKIP) gaben ihre Stimme bereits am Donnerstagvormittag ab. Die rund 50 000 Wahllokale in den 650 Wahlkreisen öffneten um 8.00 Uhr (MESZ). Ein Teil der Wähler hatte schon vorher per Briefwahl abgestimmt. Dazu zählen auch die Soldaten der Royal Army, die im Ausland - auch in Deutschland - stationiert sind.

Ob Cameron seine Regierungskoalition mit den Liberaldemokraten weiterführen kann, ist fraglich. Experten befürchten nach der Wahl eine Hängepartie, sollten keine klaren Mehrheiten zustande kommen. Cameron hat mit den Liberaldemokraten und möglicherweise der nordirischen Regionalpartei DUP deutlich weniger Bündnisoptionen als sein Herausforderer.

Bleibt Großbritannien in der EU?

Die britische Wahl wird in ganz Europa mit großem Interesse verfolgt. Cameron hat im Fall einer Wiederwahl ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union angekündigt.

Als sicher gilt ein großer Erfolg der schottischen Nationalisten von der SNP. Ihnen wird im Norden von Großbritannien ein überwältigender Sieg mit über 50 der 59 dort zu vergebenden Sitze vorausgesagt. Bisher konnte die SNP nur sechs Parlamentarier nach Westminster schicken.

Mit Spannung wird das Abschneiden von Nigel Farages UKIP erwartet. Ihr werden zwar kaum Chancen eingeräumt, nach der Wahl politisch groß mitzumischen. Jedoch könnte die Partei, die Großbritannien aus der Europäischen Union lösen will, bis zu 15 Prozent der Stimmen bekommen.

Nach einem sechs Wochen langen und zum Tei erbittert geführten Wahlkampf wurde die Wahlberichterstattung im Fernsehen am Donnerstag zurückgefahren. Die BBC und andere Sender beschäftigten unter anderem mit der Frage, wie das Wetter sich über den Wahltag hin entwickeln werde.

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