Das Fachwerkhaus musste komplett abgerissen werden, um alle Glutnester abzulöschen und zu verhindern, dass die Flammen wieder auflodern. Foto: Simon Granville

Nachdem in der Nacht in Pleidelsheim ein verheerender Brand ausgebrochen war, ist der ehemalige „Ochse“ nicht mehr zu retten. Das Fachwerkhaus war eines der ältesten Gebäude im Ort.

„Mein Herz blutet“, sagt die Bürgermeisterin Sabrina Lee. Nachdem in der Nacht auf Sonntag im Ortskern von Pleidelsheim ein Feuer ausgebrochen war, musste der ehemalige „Ochse“ – ein historisches Gebäude aus dem frühen 17. Jahrhundert – im Laufe des Tages abgerissen werden. Das Fachwerkhaus war eines der ältesten Gebäude und ein wichtiges Merkmal im Zentrum der Gemeinde. „Jeder sieht es, wenn er durch Pleidelsheim fährt.“

 

Zunächst sollte nur der Giebel abgerissen werden

Das Feuer war gegen 3.45 Uhr im Dachstuhl des Nachbarhauses ausgebrochen. Von dort hatten die Flammen auf das Fachwerkhaus übergegriffen. Die Feuerwehrleute retteten mehrere Menschen aus ihren Wohnungen, da die Fluchtwege im Treppenhaus durch Rauch und Feuer versperrt waren. „Es war ein sehr unübersichtlicher Einsatz“, so der Feuerwehrkommandant Timo Günther mit Blick auf die Nacht. „Ein dramatischer Einsatz.“ Insgesamt wurden 58 Menschen vom Rettungsdienst betreut.

„Einen solchen Brand hatten wir in den letzten 10 bis 15 Jahren nicht mehr in Pleidelsheim“, so Bürgermeisterin Lee, die eigenen Angaben zufolge von 4 Uhr in der Früh bis zur Auszählung der Stimmen zur Landtagswahl vor Ort war. Sie hatte zunächst gehofft, dass Teile des uralten Gebäudes noch zu retten sind. Und auch die Feuerwehr hatte zunächst lediglich davon gesprochen, dass der Giebel einsturzgefährdet sei. Doch letzten Endes musste das Haus komplett abgerissen werden, um alle Glutnester abzulöschen.

Das Fachwerkhaus am Schillerplatz war eines der ältesten Gebäude der Gemeinde: Es lag direkt an der Durchgangsstraße. Foto: Simon Granville

Verletzte haben das Krankenhaus verlassen

Die Arbeiten dauerten am Abend mehr als 14 Stunden nach Ausbruch des Brandes weiter an. Die Straßen rund um die Ortsmitte blieben gesperrt. Die Anwohner und Hotelgäste kamen in einem Hotel in Ludwigsburg unter. Und trotz der dramatischen Lage ist die Bürgermeisterin auch froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Alle sechs Verletzten hätten das Krankenhaus inzwischen wieder verlassen können. Ihr Dank gelte den Einsatzkräften für ihr rasches und unermüdliches Handeln.

Die Brandursache ist weiterhin unklar. Laut Polizei sollen ein Gutachter und Kräfte der Spurensicherung den Brandort am Montag untersuchen.