Wegen des Rauchs mussten Anwohner Fenster und Türen geschlossen halten. Foto: dpa

Der Brand ist vermutlich der größte in der Nachkriegsgeschichte der Stadt Heidenheim. Erst am Donnerstagnachmittag gelang der Feuerwehr der Durchbruch.

Heidenheim - Erst nach vielen Stunden und dem Einsatz Hunderter Feuerwehrleute ist am Donnerstag der wohl größte Brand in der Nachkriegsgeschichte Heidenheims unter Kontrolle gebracht worden. Der Schaden, den das Feuer in einer Lagerhalle des international tätigen Verpackungsherstellers Edelmann angerichtet hat, geht nach ersten Schätzungen laut der Polizei in die Millionen. Verletzt wurde niemand – abgesehen von einem Feuerwehrmann, der einen Schwächeanfall erlitt. Bis zu sechs Menschen mussten aber aus Sicherheitsgründen Wohnhäuser in der Nachbarschaft verlassen.

Das Feuer war am Mittwochnachmittag gegen 16.30 Uhr ausgebrochen. Erst rund einen Tag später – am Donnerstagnachmittag – gelang nach den Angaben des Feuerwehrsprechers Nils Molt der Durchbruch zur Kontrolle des Brandes. Die Wehr ging am Nachmittag davon aus, das Feuer bis zum Abend endgültig gelöscht zu haben. „Mithilfe eines Baggers konnte ein Zugang zu dem Brandherd im Keller des Gebäudes geschaffen werden, durch den wir dann auch löschen konnten“, erklärte Molt das Vorgehen. Die Ursache für den Ausbruch des Feuers im Kellergeschoss war am Donnerstag noch unklar.

Zeitweise 200 Feuerwehrleute im Einsatz

Zur Brandbekämpfung waren laut Molt zeitweise bis zu 200 Feuerwehrleute gleichzeitig im Einsatz, zuletzt seien es dann noch 50 gewesen. Zu den Schwierigkeiten gehörte demnach, dass die brennenden Kartonagen, Verpackungen und Paletten Temperaturen von bis 400 Grad Celsius entwickelten. Zudem gab es Probleme, weil Löschwasser und Schaum anfangs nicht ausreichten. Giftstoffe wurden nicht freigesetzt. Die Anwohner wurden aber wegen der starken Rauchentwicklung aufgefordert, Türen und Fenster ihrer Häuser geschlossen zu halten.

Nach Einschätzung des früheren Heidenheimer Feuerwehrkommandanten Günter Spahr handelte es sich um den größten und kompliziertesten Brand in der Kreisstadt an der Brenz seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. „So etwas haben wir hier tatsächlich noch nicht erlebt“, sagte auch der Oberbürgermeister Bernhard Ilg (CDU), der die Löscharbeiten vor Ort verfolgte. Ilg lobte die Zusammenarbeit und den Einsatz der Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis als „ebenso beeindruckend wie hochnotwendig“.

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