Stefanie Uhl erläuterte die Bedeutung einer Katzenschutzverordnung Foto: Oliver Hartstang

Zu unserem ersten Walk & Talk im Jahr 2026 begrüßte unser Vorsitzender Oliver Hartstang am Treffpunkt „Am Stockbrunnen“ 14 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Thema Wildkatzenkorridor und Katzenschutzverordnung. Beide Themen verbindet der Tier- und Artenschutz, weshalb wir uns gemeinsam mit dem BUND für eine Katzenschutzverordnung in Großbottwar einsetzen. „Der Schutz der Wildkatze ist immer auch ein Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Artenvielfalt“, betonte Oliver Hartstang zu Beginn der Veranstaltung.

 

Dr. Andrea Lehning, BUND-Referentin für Wildkatze und Wald, sowie Joachim Lösing, stellvertretender Vorsitzender des BUND-Kreisverbands Ludwigsburg, führten zunächst in das Thema Wildkatze ein. Im Landkreis Ludwigsburg bietet sich die Chance auf eine Ausbreitung der Wildkatze sowie auf einen Korridor, der über den Wunnenstein Richtung Schwarzwald-Baar führen könnte. Um diese Ansiedlung und Wanderung der Tiere zu ermöglichen, legt der BUND Korridore an, die durch gezielte Bepflanzung Schutz und Rückzugsräume bieten. Solche strukturreichen Lebensräume sind nicht nur für die Wildkatze, sondern auch für viele andere Tier- und Pflanzenarten von großer Bedeutung und tragen zur Vernetzung isolierter Lebensräume bei.

Stefanie Uhl, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Großbottwar, wies in einem ersten Abschnitt des Weges auf die verwilderten Hauskatzen auf dem Wunnenstein hin. Als langjährige Ehrenamtliche und Pflegestelle des Tierheims Ludwigsburg weiß sie, wie schnell eine Vermehrung bei Katzen stattfinden kann. Dabei wurde auch deutlich, dass unkontrollierte Populationen nicht nur ein Tierschutzproblem darstellen, sondern auch erheblichen Einfluss auf sensible Ökosysteme haben können.

Der Weg führte anschließend am Faulbach entlang, wo nochmals auf die guten Bedingungen für Artenvielfalt hingewiesen werden konnte. Uferbereiche, Heckenstrukturen und naturnahe Flächen bieten hier wertvolle Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Da die Brut- und Setzzeit bereits begonnen hatte und keine Tiere gestört werden sollten, führte der Weg über den Fußweg an der Straße entlang Richtung Winzerhausen.

Ziel war der Wildkatzenkorridor am Faulbach, wo die Fachleute nochmals die potenzielle Wanderroute sowie die konkrete Bepflanzung vor Ort erläuterten. „Solche Korridore sind entscheidend, damit sich Populationen vernetzen und genetisch austauschen können“, erklärte Dr. Andrea Lehning.

Warum stellen verwilderte Hauskatzen ein Problem dar? Zum einen ist die Hybridisierung mit Wildkatzen eine ernsthafte Bedrohung für den Erhalt der Art. Zum anderen besetzen verwilderte Hauskatzen Lebensräume und üben Jagddruck auf Kleintiere und Vögel aus. Gleichzeitig bedeutet ein Leben ohne menschliche Versorgung für viele dieser Tiere erhebliches Leid, da Hauskatzen domestiziert sind und nicht für ein dauerhaftes Leben in freier Wildbahn gemacht sind.

Daher fordern wir einen verantwortungsvollen Umgang mit Tier und Natur. Der Tierschutz ist hier durch verschiedene Vereine aktiv – darunter die Tierengel unterwegs, Vermisste Tiere Kreis Ludwigsburg und das Tierheim Ludwigsburg. Diese wichtige Arbeit benötigt jedoch durch eine Katzenschutzverordnung eine verlässlichere rechtliche Grundlage, um nachhaltige Lösungen zu ermöglichen.

Am Ende konnten die Teilnehmenden viele neue Informationen mitnehmen. Wir haben uns sehr über die fachkundige Unterstützung des BUND gefreut und freuen uns gemeinsam mit allen Interessierten auf unseren nächsten Walk & Talk der SPD Großbottwar.

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