Am 11. Februar 2026 hielt der SPD-Ortsverein Großbottwar seine Jahreshauptversammlung ab. Rund die Hälfte der Mitglieder des Ortsvereins sowie ein Gast nahmen teil. Der Ortsvereinsvorsitzenden Oliver Hartstang zog in seinem Bericht eine umfassende Bilanz des politischen und organisatorischen Jahres 2025.
Mitgliederentwicklung und strategische Ausrichtung
„Wir sind ein kleiner, aktiver Ortsverein. Entscheidend wird sein, gezielt jüngere Menschen für unsere Inhalte zu begeistern“, betonte Oliver Hartstang. Die Verteilung von zehn weiblichen und zehn männlichen Mitgliedern sei erfreulich, dennoch bestehe Erneuerungsbedarf.
Als zukunftsweisend hob er das Format „Walk & Talk“ hervor. Bei öffentlichen Rundgängen werden kommunalpolitische Projekte direkt vor Ort erläutert und diskutiert. „Das persönliche Gespräch schafft Vertrauen und Transparenz. Genau dort wollen wir präsent sein“, so Hartstang.
Rückblick auf die Bundestagswahl 2025
Ein Thema war die Bundestagswahl, bei der die SPD 16,4 % der Zweitstimmen bekam, in Baden-Württemberg 14,2 %. Im Wahlkreis Neckar-Zaber kandidierte erneut Mario Sickinger. Trotz engagierten Wahlkampfs blieb das Ergebnis hinter den Erwartungen zurück.
Hartstang zog eine selbstkritische Bilanz: „Unsere Themen sind richtig, aber wir müssen sie klarer kommunizieren.“ Die hohe Wahlbeteiligung zeige zugleich ein großes politisches Interesse.
Vielfältiges Vereinsleben
Organisationsleiterin Angelika Maier berichtete über ein aktives Jahresprogramm. Der Brunch bot Gelegenheit zur Ehrung langjähriger Mitglieder. Beim Kinderstadtfest war der Ortsverein erneut mit dem Wurfspiel vertreten. „Das Kinderstadtfest ist direkte Begegnung mit Familien in unserer Stadt“, erklärte Maier.
Ein Höhepunkt war die Matinée „Kann der Tod verdient sein?“, die das Thema Todesstrafe aus juristischer und ethischer Perspektive beleuchtete und auf positive Resonanz stieß.
Bericht aus der Gemeinderatsfraktion
Als Fraktionsvorsitzender berichtete Hartstang über zentrale Themen im Gemeinderat. Die Gründung der Energiegesellschaft Bottwartal sei ein wichtiger Schritt für die regionale Energiewende und die lokale Wertschöpfung.
Der Haushalt 2026 ist geprägt von hohen Investitionen, unter anderem in die Infrastruktur sowie Katastrophen- und Bevölkerungsschutz. Der konsolidierte Schuldenstand liegt bei rund 21,7 Mio. Euro. „Investitionen in Bildung und Infrastruktur sind notwendig, müssen aber mit langfristiger finanzieller Verantwortung verbunden werden“, betonte Hartstang.
Weitere Themen waren die kommunale Wärmeplanung mit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040, der Neubau des Wasserwerks am Stockbrunnen sowie die versuchsweise Sperrung der Kirchstraße zur Stärkung der Innenstadt.
Finanzen in der Kommune
Stefanie Uhl beleuchtete in einem Impulsvortrag die angespannte Finanzlage der Kommunen. Steigende Sozialausgaben, Investitionsstaus und zunehmende Belastungen für Beschäftigte prägten die Situation.
„Wenn bei freiwilligen Leistungen gespart wird, trifft das oft Kultur und soziale Angebote – also Bereiche, die den Zusammenhalt stärken“, mahnte Uhl. Auch die Arbeitsverdichtung in den Verwaltungen sei problematisch.
Landtagswahl 2026 im Blick
Mit Blick auf die Landtagswahl 2026 wurde die politische Ausgangslage diskutiert. Da Ministerpräsident Winfried Kretschmann nicht erneut kandidiert, gilt die Wahl als offen. Der SPD-Kandidat Daniel Haas wurde für seinen engagierten Wahlkampf gewürdigt.
„Gerade in schwierigen Zeiten kommt es auf Geschlossenheit und Präsenz vor Ort an“, so Hartstang.
Entlastung und Ausblick
Die Kassenführung wurde ausdrücklich gelobt, Kassiererin und Vorstand einstimmig entlastet. Abschließend dankte Hartstang allen Mitgliedern: „Unsere Stärke ist das vertrauensvolle Miteinander. Darauf bauen wir auf.“
Mit einem klaren Bekenntnis zu sozialer Verantwortung und kommunaler Solidität startet der SPD-Ortsverein Großbottwar in das politische Jahr 2026.
Oliver Hartstang, Ortsvereinsvorsitzender
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