Der Trail wird von Mountainbikern rege genutzt. Foto: Avanti

Am Wunnenstein und Köchersberg haben Mountainbiker illegal eine Strecke mit Schanzen und Steilkurven angelegt. Das sorgt für Ärger,

Großbottwar - Die unerlaubte Präsenz von Mountainbikefahrern in Wäldern hat zuletzt in Beilstein für viele und teils hitzige Diskussionen gesorgt. Doch das Thema, das in Beilstein nun durch offizielle Trails gelöst worden ist, erregt auch in der Nachbarschaft die Gemüter: So ist am Wunnenstein und Köchersberg in Großbottwar in den vergangenen vier Jahren verbotenerweise eine 2,3 Kilometer lange Mountainbike-Strecke angelegt worden, die von den Zweiradfahrern offensichtlich sehr rege genutzt wird.

Seinen Ärger darüber tat in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend Markus Pantle kund, der für Großbottwar und Oberstenfeld ehrenamtlicher Beauftragter des Landesamts für Denkmalpflege ist. Der illegale Mountainbikeverkehr sei nicht nur aus Sicht des Naturschutzes sondern auch aus archäologischen Gründen „ein Drama“, sagte er in der Einwohnerfragestunde. Er wies darauf hin, dass dies ein „sensibler Bereich“ ist, da hier schon vorgeschichtliche, römische und mittelalterliche Funde gemacht worden sind. Durch das Befahren des Waldes seien bereits menschliche Knochen und mittelalterliche Keramik herausgefahren worden, wie Markus Pantle feststellen musste.

Die illegale Strecke beschäftigt den leidenschaftlichen Hobby-Archäologen bereits seit 2014, und intensiv nun seit einem Jahr, als er bemerkte, dass die Mountainbiker ihren Trail zwischenzeitlich bis ins Waldstück Schäferhölzle in Oberstenfeld verlängert hatten. Die Auswirkungen auf den Wald hat der Großbottwarer fotografisch festgehalten. Die Bilder zeigen einen Pfad durch den Wald, auf dem kein Grün mehr wächst und auf der Schanzen mithilfe von Ästen und abgestorbenen Baumstämmen angelegt worden sind. Dazu durchfahren die Mountainbiker auf ihrem Weg ins Tal mehrere Steilkurven. „Die Strecke ist rund 2,3 Kilometer lang und führt auf circa 1,7 Kilometern auf zum Teil neu gebauten Wegen querfeldein durch den Wald. Etwa 600 Meter befinden sich auf offiziellen Waldwegen“, schilderte Markus Pantle bereits im vergangenen August in einem Schreiben mitunter ans Landesamt für Denkmalpflege und ans Landratsamt.

Die Stadt hatte zwischenzeitlich reagiert und ein Schild sowie ein Geländer an der Startrampe am Wunnensteinturm angebracht. Geändert hat das wenig – die Mountainbiker fahren auf diesem Teilstück nun parallel zur bisherigen Strecke den Hang hinunter. „Und Schilder, die wir andernorts angebracht hatten, sind abmontiert worden“, sagte Bürgermeister Ralf Zimmermann in der Sitzung am Mittwoch. Zuständig sei die Forstverwaltung des Landkreises. „Wir hoffen, dass diese reagiert. Wir haben ihr auch angeboten, unseren Gemeindevollzugsdienst hinzuzuziehen. Dass dort Mountainbike gefahren wird, geht gar nicht“, so der Rathauschef.

Um zu einer Lösung zu kommen, beobachte die Stadtverwaltung auch das Geschehen in Beilstein, wo jetzt ausgewiesene Trails zum Mountainbiken einladen. „Wir schauen, wie sich das dort einspielt. Vielleicht ist das ja auch für uns ein Ansatz“, so Zimmermann, der aber betonte, dass dies am Wunnenstein kein Thema sei. „Wo so etwas entstehen könnte, ist unklar.“