Markus Bruker und sein Mephistofeles. Foto: Werner Kuhnle

Markus Bruker hat vor kurzem Mephistofeles auf den Markt gebracht. Die erste Tranche ist schon weg.

Großbottwar - Wer Markus Bruker kennt, der weiß: Der umtriebige Weinmacher aus Großbottwar ist immer für eine Überraschung, für etwas Neues gut. Und so verwundert es nicht, dass der 42-Jährige sein Wein-Sortiment um einen Gin ergänzt, der den klangvollen Namen „Mephistofeles“ trägt. In Anlehnung an seine rote Cuvée Mephisto. „Der Name Gin auf dem Etikett ist doch todlangweilig. Außerdem möchte ich, dass sich ein roter Faden durch meine Produkte zieht“, erklärt Bruker die Namensgebung.

 

Der Wacholderschnaps erfährt seit ein paar Jahren eine Renaissance. Es ist in, Gin zu trinken. Als Bruker vor einem Jahr in Belgien mit seinem dortigen Importeur und anderen nach einer Veranstaltung spät abends essen gewesen ist, haben am Ende alle Schnaps bestellt. Bis auf Bruker. „Ich war so fertig, dass mich ein Schnaps umgehauen hätte und hab’ dann einen Gin Tonic probiert.“ An diesem Abend ist die Entscheidung gefallen, selbst einen Gin herzustellen.

„Gin hat Stil“, findet der 42-Jährige, der schon viele probiert hat, bevor er seinen eigenen kreierte. Wichtig war dem Winzer, dass sein Mephistofeles sowohl als Gin Tonic als auch pur gut schmeckt. Darüber hinaus sollte der Bruker’sche Gin erfrischend sein. „Ich wollte keinen so hoch alkoholischen Gin, sondern viel Zitrusaromatik drin haben, um eben die gewünschte Frische zu bekommen.“

Gemeinsam mit einem Freund hat Bruker verschiedene Kräuter und Pflanzen verwendet und verschiedene Mixturverhältnisse ausprobiert, bis der Mephistofeles geboren ward. Der bringt 42,5 Volumenprozent Alkohol aufs Etikett, das stilecht mit einem Totenkopf verziert ist.

Die erste Tranche Mephistofeles – 400 Flaschen – die Bruker im Mai auf den Markt gebracht hat, ist bereits vergriffen. Jetzt folgt Tranche Nummer 2. „Das Gute ist, dass man nahtlos weiterproduzieren kann und nicht wie beim Wein auf die Lese warten muss.“

Auf der großen Weinmesse Pro Wein in Düsseldorf hatte der Großbottwarer eine Flasche Gin dabei. „Danach kamen immer mehr Nachbestellungen.“ Auch bei den Kunden im Weingut kam das neue Produkt gut an. „Teuflisch gut“, sagt Markus Bruker in Anspielung auf den Namen und lacht.

Ob er im Bottwartal der erste Winzer ist, der einen Gin herstellt? Bruker ist sich nicht sicher. „Ich glaube ja, aber meine Hand würde ich dafür nicht ins Feuer legen.“ Und weil er stets auf der Suche nach etwas Neuem ist, ist auch schon das nächste Projekt in Planung: „Seit Jahren fährt mir im Kopf herum, dass ich einen Whiskey machen möchte.“ Dieses oder nächstes Jahr soll es von der Theorie an die Praxis gehen.

Außerdem wird das Weingut Ende 2019 bio-zertifiziert sein. Und auch Sohn Danny bringt sich in die Startlöcher für einen Einstieg in den Familienbetrieb. Die Ausbildung zum Winzer hat der 19-Jährige schon in der Tasche. Jetzt geht er für acht Monate nach Südafrika und Argentinien, dann wird studiert und dann wird Seite an Seite mit dem Papa geschafft. Na darauf am besten einen Mephistofeles!