Julian Weinmann, Gudrun Weißhardt und Patrick Stein Foto: Stephanie Knorpp

Ein Interview zur 80er-Party

Der Harmonika-Verein Großbottwar-Oberstenfeld stellt seinen Konzertabend auf den Kopf. Aus dem klassischen Unterhaltungskonzert wird eine 80er-Party. Wie kann man sich das genau vorstellen?

Weinmann: Der Abend startet mit unserem bekannten Unterhaltungskonzert "Musik ist Trumpf“. In der ersten Hälfte präsentiert sich die Jugend. Nach der Pause verwandeln wir den Saal dann in eine fetzige 80er-Party inklusive Tanzfläche und Lichtshow.

Also ein Mix aus Konzert und Party. Wie kam es zu diesem neuen Konzept?

Weinmann: Patrick, seit Ende 2022 unser musikalischer Leiter, hat mir im Sommer zum ersten Mal von seiner neuen Idee erzählt. Für mich klang es zunächst ungewohnt, aber es hat sich von Anfang an gut angefühlt.

Stein: Na, skeptisch warst du schon. Es war nicht ganz einfach, sofort alle Musiker*innen und die Verantwortlichen im Verein zu überzeugen. Umso mehr freue ich mich, dass das gelungen ist und wir jetzt gemeinsam dem Konzert und der Party entgegen fiebern können! Ich sage immer, dass das Akkordeon nicht das sein muss, was man von ihm denkt. Man muss das Instrument aus seiner Schublade herausholen und dem Publikum zeigen, dass Akkordeonorchester nicht angestaubt sind und Laienmusik nicht langweilig sein muss.

Gemeinsam mit den Orchestern wird die Sängerin Gudrun Weißhardt auftreten. Wie kam es zu dieser Kooperation?

Stein: Auf der Suche nach einer geeigneten Sängerin habe ich auf der Internetseite der MAKS gesehen, dass Gudrun eine versierte Gesangsausbildung hat. Daraufhin habe ich sie angerufen und gefragt, ob sie Lust hätte, etwas Neues zu versuchen und an unserem Projekt mitzuwirken.

Weißhardt: Ich gebe zu, ich war erstmal etwas geschockt. Wenn man Akkordeon hört, denkt man fast automatisch zuerst an Volksmusik.

Weinmann: Du hast trotzdem ganz spontan zugesagt. Was hat dich dazu bewogen dich auf uns einzulassen?

Weißhardt: Wie gesagt, zuerst war ich überrascht. Aber dann kam schnell der Gedanke, dass es wirklich etwas Neues ist, das so noch nie da gewesen ist. Dass es ein spannendes Konzept für mich ist und ich diese Herausforderung gerne annehmen möchte.

Weinmann: Noch in derselben Woche bist du zur ersten gemeinsamen Probe gekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes wurden dann noch über Nacht die Songtexte an die Akkordeonfassung der Stücke angepasst. Diese waren ja eigentlich nicht für Orchester und Gesang gedacht.

Stein: Wir waren beim ersten Aufeinandertreffen alle sehr gespannt, haben aber schnell gemerkt: Das passt! Es gilt jetzt, auf die Bedürfnisse des jeweils anderen einzugehen und sich aufeinander einzulassen. Gudrun hat sich dann auf die nächste Probe sehr professionell vorbereitet. Jetzt müssen wir das Zusammenspiel noch weiter verfeinern und sauber aufeinander abstimmen.

Auf dem Programm stehen neben Titeln von Nena, Tina Turner und Marianne Rosenberg auch Stücke von Bryan Adams, Bon Jovi und Herbert Grönemeyer. „Wann ist ein Mann ein Mann?“ gesungen von einer Frau?

Stein: Wo ist das Problem? Wir beschreiten neue Wege - nicht nur mit dem Konzept, sondern auch bei der Interpretation der Titel und brechen damit vielleicht auch ein Stück weit noch unausgesprochene Tabus.

Weißhardt: Ich kenne die Titel alle aus meiner Teeniezeit und hätte mir mit 16 Jahren nie vorstellen können, dass ich diese einmal auf einer Bühne präsentieren darf…

Stein: …noch dazu mit einem Akkordeonorchester!

Weißhardt: (lacht) Ja genau – undenkbar! Hey, das wird eine fetzige Show! Ich freue mich sehr darauf. Let‘s go for it!

Das Interview führte Stephanie Knorpp.

Die „Konzertparty“ steigt am 16. Dezember um 19:30 Uhr im Bürgerhaus in Oberstenfeld. Nach dem Konzert wird die Tanzfläche vom Saal ins Foyer verlagert. Wer möchte, kann dort weiterfeiern. Alle anderen sind bei Snacks und Getränken zum geselligen Austausch über das Konzert in den Sängersaal eingeladen.

Karten, Programm und weitere Infos unter www.hvgonline.de/konzert

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