Die geplanten 54 Reihenhäuser werden vor allem jungen Familien eine neue Heimat bieten. Foto: dpa

Noch landen hier Hubschrauber mit Patienten der Alb Fils Kliniken – bald soll im Gewann Katzenloch in Geislingen eines der größten Neubaugebiete im Kreis entstehen.

Geislingen - In Geislingen soll eines der größten und gleichzeitig zentrumsnahen Wohnbauprojekte der vergangenen Jahre realisiert werden. Genau 54 Reihenhäuser weist die Planungsskizze für das rund zwei Hektar große Gelände in der Nähe des Bahnhofs aus. Der Entwurf wurde unlängst vom Gemeinderat abgesegnet. Ähnlich große Wohnbauprojekte stehen im Landkreis Göppingen derzeit nur noch in Uhingen mit der umstrittenen Erweiterung des Weilenberger Hofs zur Debatte, wo 59 Einfamilien- und Doppelhäuser, sieben Mehrfamilienhäuser und 26 Bauplätze für Kettenhäuser vorgesehen sind. In Geislingen wird ein Teil des noch unbebauten Geländes von den Alb Fils Kliniken als Hubschrauberlandeplatz genutzt.

Wohnraum für junge Familien

Schon mancher Investor hatte in der Vergangenheit ein Auge auf die Geislinger Fläche am Hang oberhalb der Bahntrasse geworfen, die bergwärts von der Konrad-Adenauer Straße begrenzt wird und den Gewannnamen Katzenloch trägt. Zuletzt hatte ein Investor im Jahr 2014 seine Ideen für ein Pflegeheim samt barrierefreier Wohnungen vorgelegt.

Die Pläne verschwanden wieder in der Schublade, da zu dieser Zeit mehrere ähnliche Projekte in Geislingen in Vorbereitung waren. Inzwischen wird ein Seniorenzentrum mit 64 Pflegeplätzen und 14 seniorengerechten Wohnungen in der Liebknechtstraße realisiert, für das das Rote Kreuz erst vor kurzem Richtfest feiern konnte. Und weitere 50 Plätze und zehn Wohnungen sind in einem Senioren-Pflegezentrum am Tälesbahnhof geplant. Zudem steht ein weiteres großes Bauprojekt an der Heidenheimer Straße an, wo ein Stuttgarter Unternehmer eine Seniorenwohnanlage plant und gerne auch ein Hotel bauen würde. Ein Betreiber wird noch gesucht.

Grünes Licht erst im zweiten Anlauf

Im Katzenloch sind die Pläne für eine zweigeschossige Bebauung mit den 54 Reihenhäusern indes bereits konkreter. Vor allem junge Familien könnten hier eine neue Heimat finden, beschreibt der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer die Pläne, für die der Gemeinderat erst im zweiten Anlauf grünes Licht gab. Ursprünglich wollte der Investor auf dem zentrumsnahen Grundstück nämlich Mehrfamilienhäuser bauen. Den Stadträten erschienen die drei- bis viergeschossigen Gebäude allerdings zu massiv. Bisher gibt es in einem angrenzenden Wohngebiet nur zweigeschossige Wohngebäude.

Der Investor hat dem Gemeinderat für das Katzenloch Pläne des weltweit agierenden Darmstadter Büros Planquadrat vorgelegt, das mit groß angelegten Wohnbauprojekte ganzer Stadtteile vor allem im Raum Frankfurt und in Rheinland-Pfalz wirbt. Bevor die Bagger anrücken, muss in Geislingen ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Der sei Sache des Investors, sagte Dehmer. Seine Verwaltung tüftelt nun den städtebaulichen Vertrag aus, der die Rahmenbedingungen festzurren wird.

Eine 300 Meter lange Lärmschutzwand wird gebaut

Ein Thema ist dabei auch der Verkehrslärm der Eisenbahnstrecke Stuttgart-Ulm, dem das Wohngebiet unmittelbar ausgesetzt ist. Berechnungen zufolge, müsse eine 300 Meter lange und sechs Meter hohe Lärmschutzwand gebaut werden, heißt es in den Gemeinderatsunterlagen. Nach Dehmers Worten stehe bereits fest, dass der Investor die Kosten für die Lärmschutzwand tragen müsse.

Noch nicht so klar ist die Zukunft des im Katzenloch angesiedelten Hubschrauberlandeplatzes, den die Alb Fils Kliniken dort unterhalten. „Da gibt es noch keine Überlegungen, aber mehrere Optionen“, sagte der Kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Schmid. „Wir nutzen den Platz maximal neun bis zehn Mal im Jahr für die Verlegung von unseren Patienten in Spezialkliniken“, erläuterte er den Bedarf des Geislinger Standorts Helfensteinklinik. Schwerverletzte, wie beispielsweise Unfallopfer, würden dagegen seit einigen Jahren direkt in die Göppinger Klinik geflogen.

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