Der weltweit größte Automobilzulieferer steht derzeit vor allem aufgrund von Stellenabbau im Fokus. Es gibt aber Geschäftsbereich, in denen die Mitarbeiter nicht betriebsbedingt gekündigt werden können. Welche sind das?
In der Automobilbranche machen sich immer mehr Beschäftigte Sorgen um ihren Job. Das gilt auch für Mitarbeiter von Bosch. Dem weltweit größten Zulieferer macht besonders die schleppende Nachfrage nach E-Autos zu schaffen. Unter anderem deshalb hat der Konzern weitreichende Stellenstreichungen angekündigt – gleichzeitig gelten bei Bosch in einigen Sparten aber sogenannte Beschäftigungssicherungen.
Der Konzern plant, weltweit mehr als 12 000 Stellen zu streichen, den größten Teil davon in Deutschland. Die Beschäftigungssicherungen gelten aber gerade in den Bereichen, die besonders vom Personalabbau betroffen sind. Zum Teil haben diese noch jahrelang Bestand. Das bedeutet: Bosch muss den größten Teil der Stellenstreichungen sozialverträglich gestalten, betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.
In diesen Bereichen bei Bosch gilt eine Beschäftigungssicherung
- Mobility-Standorte in Deutschland, bis Ende 2027
- Hard- und Softwareentwicklung für Fahrzeuge (Cross-Domain Computing Solutions), bis Ende 2029
- Antriebssparte an den Standorten Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen, bis Ende 2029 für Mitarbeiter in Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb
- Elektrowerkzeuge (Power Tools), bis Ende 2028 für Mitarbeiter in den Zentral-, Entwicklungs- und Verwaltungsbereichen der Zentrale in Leinfelden-Echterdingen
Während die Vereinbarungen im Bereich Cross-Domain Computing Solutions und in der Antriebssparte in Feuerbach und Schwieberdingen vor etwa einem Jahr sogar verlängert wurden, ist die Lage bei der Haushaltsgerätetochter BSH noch nicht geklärt. Dort wird derzeit über einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen verhandelt.
Trotz der vereinbarten Beschäftigungssicherungen steht bei Bosch der Plan, weltweit 12 230 Stellen zu streichen. Welche Möglichkeiten hat der Konzern hierfür? Er kann zum Beispiel Abfindungsangebote unterbreiten. Außerdem kann der Abbau unter anderem dadurch erfolgen, dass Stellen nicht mehr nachbesetzt werden, wenn Beschäftigte in Rente gehen.
Bosch will weiter mit Betriebsrat verhandeln
Der Konzern will beim Stellenabbau weiterhin auf den Dialog mit den jeweiligen Betriebsräten setzen. „Wir sind uns der Verantwortung für unsere Beschäftigten bewusst – die erforderlichen Maßnahmen fallen uns nicht leicht, sind aber notwendig“, sagt etwa Stephan Hölzl, Mitglied des Bereichsvorstands Cross-Domain Computing Solutions. Und weiter: „Wir werden diese gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern und so sozialverträglich wie möglich gestalten.“