Des Deutschen liebstes Hobby: Grillen Rainer Schleweck vom Grillsportverein Affalterbach Foto: dpa

Rainer Schleweck hat 2010 den Grillsportverein Affalterbach gegründet. Er plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln – und für mehr Muße bei der Essenszubereitung.

Ludwigsburg/Affalterbach - Wenn Rainer Schleweck über sein liebstes Hobby spricht, dann klingt dabei nicht nur Euphorie durch. „Viele Leute können schon mit den Brennmaterialien nicht richtig umgehen“, sagt der Affalterbacher (Kreis Ludwigsburg). Und das sei nur der Anfang. Den meisten, die sich an den Grill stellen, fehle die Geduld, sagt Schleweck. „Wenn man das Fleisch 20-mal umdreht, bis es hart ist, und es am Ende dann auch noch einschneidet, um zu schauen, ob es durch ist, wird das nichts.“

Eine ander Grillkultur

Er plädiere für eine andere Grillkultur, so der Vorsitzende des 2010 ins Leben gerufene Grillsportvereins. Wer Fleisch auf niedriger Temperatur, um die 120 Grad Celsius, grille, erziele bessere Ergebnisse – und brauche auch keine Angst vor großen Stücken zu haben. Nur dazu brauche es eben Zeit und Muse, was vielen abgehe. Dass vielen Leuten ein „richtiges Grillerlebnis“ vorenthalten bleibe, liege auch daran, dass an der falschen Stelle gespart werde. „Billig ist eben billig“, sagt Schleweck in Anbetracht von verschweißter Supermarktware, die immer noch auf vielen Grills lande. Er selbst kauft regionale Produkte beim Metzger. „Wenn man sich einmal im Monat ein Rind aus Argentinien gönnt, braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben.“ Was daneben an Gemüse auf dem Rost lande, da seien der Fantasie quasi keine Grenzen gesetzt. Bei den Grills gelte das gleiche wie beim Fleisch: Wer investiert, bekommt Qualität. Momentan seien Keramikgrills angesagt. Sie sehen aus wie herkömmliche Kugelgrills, speichern die Wärme aber wesentlich besser, so der Grillexperte. Die Keramikgrills hätten zudem den Vorteil, dass man mit weniger Holzkohle auskomme.

Deckel und Thermometer

Zwei weitere Voraussetzungen sind beim Equipment laut Schleweck unverzichtbar: Der Grill muss einen Deckel haben, damit die Wärme nicht entweicht – und zwei Thermometer. Das erste misst die Kerntemperatur des Fleisches, das zweite die Temperatur im Grill. „Die eingebauten Fühler sind oft zu ungenau“, sagt der Affalterbacher. Beim Temperaturfühler im Fleisch empfiehlt Schleweck ein Gerät mit einer sogenannten Lanze aus Metall. „Es gibt auch Apps, die sehen cool aus. Aber davon würde ich abraten.“

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