Der 44-jährige Grieche Kosta Nottas hat in Ludwigsburg jüngst einen kleinen Feinkost-Laden mit griechischen Produkten aufgemacht. Foto: factum/Granville

Dieser Mann geht seine Selbstständigkeit mit einiger Konsequenz an: Kosta Nottas verkauft in Ludwigsburg nicht nur nachhaltige Produkte aus Griechenland – er vermarktet diese gleich unter eigener Marke. Dabei setzt er auch stark auf das Internet und den Onlinehandel.

Ludwigsburg - „Nativ extra“, „extra vergine“, kaltgepresst oder kaltextrahiert, eine Angabe mit dem Kürzel DOP – die Welt der Olivenöle ist eine Welt voller Geheimnisse. So kommt es zumindest dem unbedarften Verbraucher vor, der im gut sortierten Supermarkt einfach ein gutes Öl kaufen möchte. Zwischen fünf und knapp 40 Euro pro Liter ist da alles dabei. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest im vergangenen Jahr ergab: ein hoher Preis bedeutet nicht zwangsläufig hohe Qualität.

Das weiß auch Kosta Nottas. Der 44-jährige Grieche hat in Ludwigsburg jüngst einen kleinen Feinkost-Laden mit griechischen Produkten aufgemacht. Unter der Eigenmarke Physi vertreibt er Lebensmittel, die in nachhaltiger Produktion in Griechenland hergestellt wurden: Marmeladen, Säfte – und natürlich Olivenöl.

Von Supermarktölen hält der Experte nichts

„Es gibt wenige ehrliche Öle auf dem Markt“, findet er. Vieles schmecke beliebig, weil große Mengen unterschiedlicher Sorten vermischt würden. Dabei müsse es bei einem richtigen Olivenöl im Mund brizzeln: Schärfe und eine Bitternote gelten bei Olivenöl als Qualitätsmerkmal. Hinzu komme noch eine gewisse Fruchtigkeit. Und das alles müsse dann miteinander harmonieren, um richtig gut zu sein. Bei Supermarktölen werde aber viel Wert auf die Verpackung gelegt, nicht auf den Inhalt.

Bei Nottas soll das anders sein. „Bei uns steht nichts im Regal, was nicht mit Liebe gemacht ist“, sagt er. Seine Olivenöle sind, je nach Geschmack, angereichert mit Knoblauch, Basilikum, Rosmarin, Chili oder anderen Gewürzen. Oder, wer es puristisch mag, kann das Olivenöl extra nativ bestellen, das ausschließlich aus der griechischen Olivensorte Manaki gewonnen wird, also sortenrein ist. Nottas beschreibt es als eines der mildesten Olivenöle überhaupt, fast ohne Bitterstoffe. Dafür sei der Harmonie-Wert laut einer sensorischen Analyse besonders hoch. Eine Qualität, die auch ihren Preis hat: 27,80 Euro pro Liter muss der Kunde dafür im Onlineshop berappen.

Einen griechischen Cocktail erfunden

Nottas bietet seine Waren nämlich nicht nur in seinem kleinen Laden an der Schorndorfer Straße in Ludwigsburg an. Über den Onlineshop sollen Kunden seine Produkte von überall einkaufen können. Deswegen ist der 44-Jährige auch viel auf Messen unterwegs: Gourmetfestival Düsseldorf, Food and Style München oder Kulinart Frankfurt sind seine Adressen. Dort hat er auch schon einen griechischen Cocktail erfunden: Saft aus griechischen Mandarinen, Wodka und ein Schuss Olivenöl mit Basilikumgeschmack. „Das lief so gut, im nächsten Jahr mache ich einen Stand nur mit Cocktails“, sagt er.

Doch Nottas hat neben Säften und Öl auch andere Produkte auf Lager. Beispielsweise Honig und zuckerfreie Marmelade oder Käse, Tee und Gewürze aus Kreta. Einige davon sind Fremdmarken, andere vertreibt er unter seiner eigenen Marke „Physi“, was das griechische Wort für „Natur“ ist. Und natürlich gibt es auch den ein oder anderen griechischen Wein zu kaufen.

Immer vom eigenen Laden geträumt

„Es war schon immer mein Traum, einen Laden mit griechischem Essen zu haben“, sagt er. Er habe eben einen Riecher für Produkte aus Griechenland. Der Grieche, der seit 22 Jahren in Ludwigsburg lebt, hat viele Jahre in Hotels und Küchen gearbeitet und zwölf Jahre lang die Kostbar in der Weststadt betrieben. Jetzt ist der Online-Handel mit einer Eigenmarke sein neues Projekt, die für Nachhaltigkeit und handverlesene Produkte steht. Eine fünfstellige Summe hat er als Startkapital dafür gebraucht.

Im Laden an der Schorndorfer Straße bekommen die Kunden auch Geschenkekörbe. Kosta Nottas wünscht sich auch rege Laufkundschaft und will bald griechische Panini und Kaffee zum Direktverzehr anbieten. Eine kleine Außengastronomie hat er auch beantragt, er wartet noch auf das Okay der Behörden.

Nottas hat aber noch weitere Ideen. So will er beispielsweise Restaurants mit seinen Produkten beliefern. Und beim nahe gelegenen Altenheim könnte er sich Teeverkostungen für die Bewohner vorstellen. Ebenfalls geplant: Ziegenkäse und Joghurt im Sortiment. „Und irgendwann soll das alles auch komplett plastikfrei verkauft werden“, sagt Nottas. Nur so könne er Nachhaltigkeit wirklich vorleben.

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